Berlusconi kontert Zweifeln an Gesundheit:
"Ich bin nicht krank, ich bin Superman"
- Italiens Premierminister attackiert erneut die Medien
- Opposition fordert eine psychiatrische Untersuchung
·Immunitätsgesetz sorgt für Wirbel
Der Schutzschild für Berlusconi ist Geschichte
·Silvio fährt Attacke gegen Präsidenten
Berlusconi fällt wieder einmal aus der Rolle
·Berlusconis "Frauen- Lieferant" verhaftet
Unternehmer brachte Damen zu Partys mit
·Bezahlte Frauen bei Berlusconis Partys!
Unternehmer bestellte
30 Ladys in fünf Monaten
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Will nicht an Berlusconis Ehe-Aus schuld sein
·"Ich bin nicht krank,
ich bin Superman"
Silvio Berlusconi kontert Zweifeln an Gesundheit
·Skandal-Silvio sagt Paparazzi Kampf an
Schutz der Privatsphäre: Berlusconi mit Klage-Flut

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat entschieden bestritten, dass er gesundheitliche Probleme habe. "Ich antworte nicht auf die Fragen einiger Zeitungen bezüglich meiner Gesundheit. Es genügt, das zu betrachten, was ich in diesen 15 Monaten Amtszeit getan haben, um zu begreifen, dass ich nicht krank, sondern Superman bin", sagte Berlusconi im Gespräch mit Journalisten am Rande seines Besuchs in Danzig anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs.
Der Premierminister bestritt erneut Beziehungen zu minderjährigen Mädchen. "Da mir einige italienische Zeitungen eine positive Werbung im Ausland gemacht haben, finde ich es absolut normal, die Wahrheit zu sagen. Ich habe niemals mit Minderjährigen verkehrt und niemals Prostituierten Geld gegeben. In meinem Leben habe ich keine fragwürdigen Partys organisiert. In meiner Anwesenheit verhält sich niemand außerhalb der Regeln der Eleganz und der guten Manieren", sagte Berlusconi.
Erneute Attacke gegen die Medien
Der 72-jährige Premierminister attackierte neuerlich die linksliberale Tageszeitung "La Repubblica", die er bereits auf eine Million Euro Schadenersatz wegen ihrer Berichte über angebliche Sex-Affären und wilde Partys geklagt hat. Hintergrund sind die jeden Tag von dem römischen Blatt in einem Kasten veröffentlichten "Zehn Fragen" an den Regierungschef, die dieser für diffamierend hält. Berlusconi erklärte, er werde nicht "verleumderische, arrogante und beleidigende Fragen" beantworten. Diese seien von einer Tageszeitung gestellt, die wie eine Oppositionspartei agiere.
"La Repubblica" will unter anderem wissen, wann Berlusconi die junge Noemi Letizia kennengelernt hat und ob er Kontakt zu anderen Minderjährigen gehabt habe oder noch habe; oder was ihn dazu bewogen habe, über Monate hinweg "nicht die Wahrheit zu sagen" und vier verschiedene Versionen zum "Fall Noemi" zu liefern. Nachgefragt wird auch zu Berlusconis berichteten Treffen mit einem Callgirl und ob ihn das als Regierungschef nicht erpressbar machen könnte. Die zehnte Frage zielt darauf ab, wie es ihm nach alledem gesundheitlich gehe.
Zwei Millionen von Redakteuren
Vor einem Gericht in Rom strengt Berlusconi außerdem einen Prozess gegen die linke Zeitung "L'Unita" an. Von der Chefredakteurin des Blattes, Concita De Gregorio, und weiteren vier Journalistinnen, die zwischen Juli und August über Skandale rund um sein Privatleben berichtet bzw. diese kommentiert hatten, fordert Berlusconi zwei Millionen Euro Schadenersatz, wie "L'Unita" mitteilte.
Psychiatrische Unteruchung für Silvio
Die italienische Opposition reagierte scharf auf Berlusconis Worte. Berlusconi müsse sich einer psychiatrischen Untersuchung unterziehen, bevor er das Land weiter regieren dürfe, forderte etwa der frühere Star-Staatsanwalt Antonio Di Pietro am Dienstag. "Er ist mit der ganzen Welt auf Kriegsfuß." Und Oppositionschef Dario Franceschini ortet Größenwahn und eine Bedrohung der Medienfreiheit: "Da er die Wahlen gewonnen hat, meint Berlusconi, er sei der Herr über den italienischen Staat. Er duldet keine Kritik. Die jüngsten Attacken gegen die Pressefreiheit sind eine wahre Einschüchterungsaktion."
Der italienische Journalistenverband und die Opposition planen eine Demonstration für die Pressefreiheit in Italien. Die Kundgebung soll am 12. September stattfinden.
(apa/red)
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