Sonntag, 6. September 2009

Schnell Zugang zu wichtigen Informationen:
Sind Postler bei Polizei Sicherheitsproblem?

  • Polizeigewerkschafter Greylinger sieht Gefahren
  • Viele Details ungeklärt: 'Provisorien hatten wir immer'

Die Gewerkschaft hat Sicherheitsbedenken bezüglich des Wechsels von Post- bzw. Telekombeamten zur Polizei. So hätten diese bereits nach der zweiwöchigen Einschulung vollen Zugang zum Informationssystem Ekis, gibt der oberste Polizeigewerkschafter Greylinger (FSG) zu bedenken.

Er will vor allem wissen, ob eine generelle Sicherheitsüberprüfung der neuen Mitarbeiter durch das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) erfolgt ist. Die Polizeidatenbank Ekis und damit eventuell verbundener Missbrauch sind durch den derzeit laufenden Untersuchungsausschuss wieder ins Gespräch gekommen. "Da sollte man schon ein bisschen sorgfältiger umgehen", mahnt Greylinger. Er fragt sich vor allem, welche Sicherheitsstandards es für die Postbediensteten im Polizeieinsatz gibt und ob das BVT auch deren Daten und Lebenslauf - wie bei Exekutivmitarbeitern üblich - genau überprüft hat. "Wir wissen nicht, ob das passiert ist." Fest stehe jedenfalls: "Sie bekommen Berechtigungen, die andere erst nach Monaten und Jahren haben."

Grundsätzlich dafür
Grundsätzlich befürwortet die Gewerkschaft den Wechsel von Postbediensteten zur Exekutive, kritisiert aber, dass dies zu eilig gegangen sei. Viele Details seinen nach wie vor ungeklärt, "Provisorien haben wir immer gehabt, die haben nichts gebracht". Auch zum Überstundenabbau der überlasteten Polizei würden die neuen Mitarbeiter nicht beitragen, sie sitzen weiterhin auf Planstellen der Post. Die Kosten für die zweiwöchige Ausbildung betragen laut Gewerkschaft rund 10.000 Euro.

Mit dem jüngst von SPÖ-Klubobmann Cap geforderten und zunächst von der ÖVP willkommen geheißenen Katalog, der Nebentätigkeiten von Polizisten definieren soll, kann Greylinger grundsätzlich etwas anfangen. Vorausgesetzt, es betrifft jeden Beamten - auch jene an der Spitze.

Innenministerium kontert Gewerkschaft
Die Exekutive weist die Kritik der Gewerkschaft bezüglich des Einsatzes von Postlern bei der Polizei zurück. Konrad Kogler, stellvertretender Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, betont, dass die Belegschaftsvertreung von Beginn an in alle Gespräche eingebunden worden sei und auch alle relevanten Informationen erhalten habe. Zudem sei klar, dass bei allen Mitarbeitern von Post und Telekom, die Zugang zu sensiblen Polizeidaten haben werden, eine Sicherheitsüberprüfung stattfinde.

(apa/red)

6.9.2009 17:30
Susie4, 16. 09. '09 13:33
Panikmache von der Gewerkschaft
Im Ekis sind lange nicht so wichtige Daten gespeichert, wie dargestellt. Jeder Mitarbeiter bei der Krankenkasse hat Zugriff auf weit sensiblere Daten - nur da regt sich niemand auf. Die Gewerkschaft kritisiert eben wieder einmal - wie immer!
Antal, 06. 09. '09 19:33
Reinigungspersonal
Hat die Gewerkschaft keine Bedenken wenn ausländische Arbeiter(innen) die Polizeiposten reinigen?
Vasant, 06. 09. '09 16:11
Wieso Bedenken?
Ich würde auch ehemalige Bankräuber bei den Banken
arbeiten lassen, denn die würden den gleichen Job wie
Manager erledigen und sich selbst bereichern;)

Und in Zeiten wo Datenschutz eh schon täglich missbraucht
wird, kommt es doch auf weiteres "qualifiziertes" Personal
nicht an, welches nun Zugang zu allen Polizei Daten hat;)

Man könnte aber auch Straßenkehrer als Politiker
einsetzen, weil die kümmern sich nämlich wirklich
um Sauberkeit und Ordnung;)

Wenn dann mal wieder Daten fehlen, dann putzt sich eh
wieder jeder ab und keiner war es bzw. die Daten sind
dann sowieso unaufhaltsam im Umlauf und man wird
das in kurzer Zeit in Vergessenheit geraten lassen;)

Politik in Österreich ist eigentlich einfach, denn auch
wenn man nichts macht passiert immer was;)


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