Österreichs Heeres-Kapelle in Libyen: Darabos verteidigt umstrittenen Auftritt
- Entsendung zu Gaddafi-Jubiläum war abgesprochen
- Kritik an war vor allem von der FPÖ gekommen

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Verteidigungsminister Darabos hat den umstrittenen Auftritt einer Tiroler Bundesheer-Kapelle bei den 40-Jahre-Revolutionsfeiern des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi in Tripolis verteidigt. Dabei sei es auch um ein Jubiläum der Afrikanischen Union (AU) und die "Sicherheit der österreichischen Soldaten in Afrika" gegangen, sagte Darabos in der "ZiB2".
Der Minister verwies auf den Tschad-Einsatz, bei dem man Unterstützung von libyscher Seite bekommen habe. Außerdem sei die Entsendung der Militärmusik in Absprache mit dem Außenministerium passiert. Kritik an der Entsendung der Militärblasmusikkapelle war vor allem von der FPÖ gekommen.
"Schurkenstaat"
Gaddafi war am 1. September 1969 durch einen Putsch junger Offiziere gegen den greisen König Idris I. an die Macht gekommen. Libyens Verhältnis zum Westen war lange durch die Verstrickungen des Regimes in den internationalen Terrorismus belastet. Als "Schurkenstaat" war Libyen weitgehend isoliert und mit UNO-Sanktionen belegt.
2003 hob der Weltsicherheitsrat seine Strafmaßnahmen auf, 2006 strichen die USA das Land von ihrer Terrorliste, das Verhältnis zu europäischen Staaten verbesserte sich vor dem Hintergrund von Interessen in den Bereichen von Energie, Wirtschaft und illegaler Migration über das Mittelmeer. Nun aber forderte Gaddafi in einer Affäre um die Verhaftung eines seiner Söhne und dessen Ehefrau im Juli vergangenen Jahres in Genf, wegen Misshandlungsvorwürfen von Bediensteten die Schweiz aufzulösen.
Zum Schutz von Flüchtlingen war eine EU-Truppe (EUFOR) mit österreichischer Beteiligung im Osten des Tschad stationiert. Der verstorbene Kärntner Landehauptmann, ehemalige FPÖ- und BZÖ-Chef Jörg Haider war mit Gaddafis Sohn Saif al-Islam sehr gut befreundet und unterhielt privilegierte Kontakte zur libyschen Führung.
(apa/red)
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