Fertiges Gutachten im Fall Krems bis Ende September: Staatsanwaltschaft entscheidet
- Beurteilung der Lichtverhältnisse im Markt subjektiv
- Die Ermittlungen laufen wegen fahrlässiger Tötung

·Streit um Sicht bei Kremser Schüssen
Wie gut hat der Polizist den Einbrecher gesehen?
·Tatrekonstruktion bringt keine Klarheit
Krems: Fehlen noch abschließende Gutachten
·Krems: Polizisten
sind wieder im Dienst
17-jähriger Komplize bleibt weiterhin in Haft
·Familie und Freunde nehmen Abschied
BILDER: Tiefe Trauer um erschossenen Florian P.
Nach der Tatrekonstruktion im Kremser Merkur-Markt sollen bis Ende September die Gutachten der Sachverständigen vorliegen. Die Staatsanwaltschaft werde dann zur Enderledigung schreiten, d.h. die Entscheidung treffen, ob das Verfahren gegen die Polizisten, die einen 14-Jährigen als mutmaßlichen Einbrecher erschossen und einen inzwischen 17-Jährigen verletzt hatten, eingestellt oder Strafantrag erhoben wird, so Friedrich Köhl von der Korneuburger Anklagebehörde.
Bei der Tatrekonstruktion in der Nacht auf Donnerstag vergangener Woche waren u.a. auch drei Sachverständige anwesend. Es handelte sich um einen Mediziner, einen Schießtechniker und einen Chemiker. Er gehe davon aus, so Köhl, dass nach Vorliegen der Gutachten keine weiteren Erhebungen notwendig sein werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen (Strafrahmen bis drei Jahre Haft) gegen die Beamten.
Klargestellt hat Köhl, dass die Beurteilung der Lichtverhältnisse in dem Supermarkt subjektiv sei und es keinen Sinn mache, über Bewertungen zu streiten. Der Waffengebrauch habe jedenfalls in einem finsteren Raum der Filiale seinen Ausgang genommen und sich in der Folge in den Verkaufsraum mit Nachtbeleuchtung verlagert. Eva Plaz und Nadja Lorenz, die Anwältinnen der Angehörigen des getöteten 14- und des verletzten 17-Jährigen, hatten mitgeteilt, "dass der tödliche Schuss in den Rücken bei guten Sichtverhältnissen ohne Vorliegen einer Angriffs- oder Notwehrsituation abgegeben wurde".
Auf Nachfrage stellte Köhl außerdem klar, dass die beiden Beamten nach Auslösung des stillen Alarms in den frühen Morgenstunden des 5. August "von vorne" in den Merkur-Markt gelangt seien. Ein Mitarbeiter habe sie bei einer Tür neben dem Kundeneingang eingelassen.
(apa/red)
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