Neues Schuljahr beginnt mit Reformen:
Von der Tagesbetreuung bis zur Mittelschule
- Die Schüleranzahl pro Klasse soll verringert werden
- Projekt für eine bessere Sprachkompetenz startet

Mit keinen grundlegenden Änderungen, aber vielen Neuerungen und allen Anzeichen für einen heißen bildungspolitischen Herbst beginnt in wenigen Tagen das neue Schuljahr. Angesichts der bereits in der schulfreien Zeit aufgeflammten Diskussion um eine Reform der Schulverwaltung lassen die für Herbst angekündigten konkreten Verhandlungen zu diesem Thema, etwa mit den Bundesländern, einen heißen bildungspolitischen Herbst erwarten.
Angeheizt werden dürfte die Diskussion durch die Bundespersonalvertretungswahl am 25. und 26. November, bei der auch die Bundeslehrer wahlberechtigt sind. So sollen Verhandlungen über ein geplantes neues Dienstrecht erst nach diesem Wahlgang starten.
Weniger Schüler pro Klasse
Grundlegende Neuerungen wird es im neuen Schuljahr keine geben, allerdings zahlreiche Maßnahmen, die eine Fortführung bzw. Ausweitung bereits begonnener Reformen darstellen. So tritt die dritte Etappe der Senkung der Klassenschülerzahlen in Kraft. Dann wird in den ersten, zweiten und dritten Klassen Volksschule, Hauptschule, Polytechnische Schule und AHS-Unterstufe der Richtwert 25 gelten. Dieser Wert kann aber um 20 Prozent - also auf maximal 30 Kinder pro Klasse - überschritten werden.
Sprachkompetenz verbessern
Einige neue Maßnahmen des Unterrichtsministeriums sollen die Sprachkompetenz von Schülern verbessern: So startet das Förderprogramm "Muttersprachlicher Unterricht" für ordentliche Schüler mit Förderbedarf an Pflichtschulen, wo in Fördergruppen bzw. im integrativen Unterricht der Schwerpunkt auf Sprachförderung gelegt wird. An den Berufsschulen soll durch die Ausweitung kleinerer Lerngruppen vor allem die sprachliche und kommunikative Kompetenz der Schüler gefördert werden. Auch an berufsbildenden mittleren Schulen werden Sprachförderkurse für Schüler mit Deutsch als Zweitsprache gestartet.
Pojekt "Tagesbetreuung Neu"
Bisher nur in wenigen Pilotschulen erprobt beginnt im neuen Schuljahr das Projekt "Tagesbetreuung Neu" - und zwar an jenen 81 Schulen, die bisher ein vom Unterrichtsministerium vergebenes Qualitätssiegel für gut gelungene Tagesbetreuung erhalten haben: Das Ministerium bezahlt dafür neun statt bisher fünf Wochenstunden pro Gruppe ab zehn Kindern, die im Rahmen der "Tagesbetreuung Neu" nicht nur ausreichend Zeit für Hausaufgaben und Lernen haben sollen, sondern auch kreative, sportliche und naturwissenschaftliche Angebote nutzen können.
Der Modellversuch "Neue Mittelschule" (NMS) wird deutlich ausgeweitet und österreichweit an insgesamt 244 Standorten durchgeführt. Im vergangenen Jahr war der Schulversuch an 67 Standorten in fünf Bundesländern gestartet worden, nun kommen 177 weitere Schulen in allen Bundesländern neu dazu. (apa/red)
