Lesen Sie hier Fragen und Antworten zum Thema Haustiere! Tipps und Taschläge
- Isabel Finsterwalder steht Ihnen gerne zur Verfügung
- "Mein Hund hat riesige Angst vor dem Tierarzt"
·Die besten Tipps für einen Chihuahua-Kauf
"Legen Sie besonderes Augenmerk auf Züchter"
Ich habe einen Jack Russell Terrier, es ist ein Weibchen, ihr Name ist Cynthia und sie war heuer im März 9 Jahre alt. Mein Problem ist, dass sie panische Angst vor dem Tierarzt hat. Sie lässt sich nicht angreifen, versucht zu beißen und gebärdet sich so wild, daß es nicht möglich ist, ihr einen Beißkorb anzulegen. Dieses Verhalten zeigt sie erst seit heuer, als ihr zum dritten Mal die Afterkralle an der rechten Vorderpfote gezogen wurde. Der Tierarzt sagt, die Kralle muss irgendeine Schwachstelle haben, da es relativ selten vorkommt, dass Krallen einreißen. Um sie narkotisieren zu können, warf er ihr eine Decke über den Kopf, dabei schrie sie ganz laut - es war furchtbar. Seitdem ist sie äußerst misstrauisch, sie ließe sich auch von mir nicht verarzten. Neulich hatte sie einen Bienenstich. Ich wollte mir die Stelle nur genau anschauen, da hat sie schon geschnappt. Auch Zecken entfernen ist schweißtreibend. Mit der Zange läßt sie mich nicht ran, daher habe ich einen Spray, der Zecken von innen austrocknet, nur muss mir dabei jemand helfen, nicht mal ansprühen will sie sich lassen. Meine Sorge ist jetzt die, dass es wieder mal nötig sein könnte, sie beim Tierarzt behandeln zu lassen, nur - dieser ist leider völlig hilflos. Meine Freundin hat mir erzählt, dass es eine Tablette gibt, die den Hund schläfrig macht. Ihr Labrador hat sie einmal bekommen, aber nicht, weil er sich fürchtet, sondern weil er so stürmisch ist und nicht ruhig hält. Mein Tierarzt wiederum sagt, es gibt nichts, außer der Narkose, um den Hund ruhig zu stellen. Aber man kann ihn doch nicht immer narkotisieren! Ich bin ratlos und verzweifelt. Hoffentlich können Sie mir helfen!
Es wundert mich nicht, dass Ihre Hündin vor diesem Tierarzt panische Angst hat. Eine Decke über den Kopf zu werfen um einen Hund zu narkotisieren, das habe ich noch nie gehört und spricht auch nicht für tierärztliche Feinfühligkeit, die bei diesem Beruf aber notwendig ist.
Ich würde Ihnen raten sich schnellstens nach einem neuen Tierarzt umzusehen, der auf Ihre Hündin, ihre Ängste und Sie sanft eingeht. Denn Ihre Hündin muss lernen wieder Vertrauen aufzubauen. Wenn Sie einen passenden Tierarzt gefunden haben, dann starten Sie mit einem sogenannten Desensibilisierungsprogramm. Das heißt Sie gehen alle paar Tage, über ein paar Wochen zum Tierarzt, sagen dort hallo, gehen durch die Ordination, begrüßen die Ärzte und Ärztinnen, die Ihre Hündin mit Ihren Lieblingsleckerli füttern und gehen dann wieder nach Hause - keine Untersuchungen, kein Zwang, nur Positives soll sie erleben.
Ihre Hündin soll nämlich eine positive Verbindung mit dem Tierarzt/ärzten und der Ordination herstellen. (Sollte eine Praxis/ ein Tierarzt Sie beim Training nicht unterstützen wollen, ist dies ein sicheres Zeichen eine/n weiter zu suchen.)
Erst wenn der Hund entspannt in die Ordination geht, können Sie mit ersten Untersuchungsschritten beginnen: Angreifen, Abhören, auf die Waage stellen, etc. immer nur so viel, so lange sich Ihre Hündin noch einigermaßen wohlfühlt. Dabei dürfen Sie nicht vergessen Sie zu loben und mit Leckerchen zu belohnen. Mit der Zeit wird Ihre Hündin das Vertrauen wieder aufbauen und es wird möglich sein Routineuntersuchungen durchzuführen.
Für Untersuchungen, bei denen Sie sich unsicher sind, ob Ihre Hündin nicht doch einmal hinschnappen könnte, verwenden Sie einen Beißkorb. Kennt Ihr Liebling den Beißkorb nicht, müssen Sie ihr diesen langsam angewöhnen, auf keinen Fall von heute auf morgen aufzwingen.
Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt auch über eine mögliche homöopathische Therapie, die Ihre Hündin in dieser Zeit unterstützen kann. Zur zusätzlichen Unterstützung gibt es den D.A.P - Zerstäuber oder Spray (beim Tierarzt oder in der Apotheke erhältlich), ein Beruhigungspheromon das Stress-reduzierend und beruhigend auf Hunde wirkt, keinerlei Wirkung aber auf den Menschen hat.
Der Zerstäuber wird einfach an den Strom angesteckt, oder der Spray im Raum versprüht.
Damit auch Sie Ihre Hündin wieder genau untersuchen und angreifen können, müssen Sie täglich langsam aufbauend üben. Beispielsweise beim Kraulen oder Schmusen, berühren, untersuchen, etc. Sie vorsichtig bestimmte Stellen. Verwenden Sie die Zeckenzange zum Kraulen, so dass diese positive besetzt wird. Wichtig ist, dass Sie Ihre Hündin bei jedem Schritt bestätigen indem Sie sie loben und/oder belohnen. Erkennen Sie den Moment bevor es ihr zu viel wird und hören Sie dann wieder auf. Sie werden sehen mit viel Geduld und Training wird sich die Situation bestimmt bald bessern!
Haben Sie selber das ein oder andere Problem mit Ihrem Liebling, dann schicken Sie einfach ein Mail an tierwelt@news.at. NEWS-Tierweltexpertin Isabel Finsterwalder steht Ihnen mit Rat und Tipps zur Verfügung!
