Mittwoch, 26. August 2009

AUVA in der Krise: Versicherungsanstalt schreibt heuer Verluste in Millionenhöhe

  • Rasche Umsetzung des Kassenpakets gefordert
  • Vor allem steigende Arbeitslosigkeit an Minus schuld

Angesichts der Wirtschaftskrise und der steigenden Arbeitslosigkeit erwartet auch die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) rote Zahlen. Nach einer positiven Bilanz von 25,8 Millionen Euro im Vorjahr rechnet die AUVA für heuer mit einen Minus von 18 bis 19 Mio. und für nächstes Jahr von 50 bis 60 Mio. Euro, wenn nicht gegengesteuert werde, erläuterte die neue Obfrau Renate Römer in einer Pressekonferenz.

Römer versicherte, dass die AUVA bereits Reformen eingeleitet habe, drängte aber auch auf Maßnahmen der Politik. Das vom Hauptverband vorgelegte Sanierungspaket für die Krankenkassen sollte ihrer Ansicht nach rasch umgesetzt werden.

Kassenpaket rasch umsetzen
Für die Verzögerung des Kassenpakets sieht die AUVA-Obfrau, die auch Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer ist, keinen Grund. Das vom Hauptverband gemeinsam mit der Ärztekammer ausgearbeitete Konzept nannte sie ein "optimales Papier", das bald umgesetzt werden sollte. Finanzminister Josef Pröll und die ÖVP stehen diesbezüglich auf der Bremse, weil sie in dem Papier Mehrbelastungen für das Budget von einer Milliarde Euro bis 2013 befürchten.

Von der Politik erwartet sich Römer aber auch andere Maßnahmen, die vor allem für die AUVA unmittelbar wirksam wären. Konkret beklagt sie wie schon ihre Vorgänger die Quersubventionierung der Krankenkassen durch die AUVA.

Planoperationen reduziert
In den Unfallspitälern hat die AUVA selbst bereits auf die Finanznot reagiert. So werden sogenannte Planoperationen um zehn Prozent reduziert. Das bedeute nicht, dass Patienten weggeschickt werden, betonte Römer, aber Operationen, die nicht akut durchgeführt werden müssen, wie etwa Hüfte oder Knie, können auch in anderen Krankenhäusern durchgeführt werden. Zudem wurde eine Begrenzung der Auslastung mit 90 Prozent festgelegt, um einen "Kapazitätspuffer" für Katastrophenfälle und Arbeitsunfälle zu haben.

Mit diesen beiden Maßnahmen konnte eine Senkung des Aufwandes um vier Mio. Euro erreicht werden. Eine Reduktion des rund 5.150 Personen umfassenden Personalstande der AUVA ist nicht geplant.

Weitere Maßnahmen des Ende Jänner gestarteten Projekts "AUVA 2020" betreffen eine Optimierung der internen Abläufe, die Beseitigung von Doppelgleisigkeiten und Einsparungen bei der Beschaffung. Nicht gespart werden soll bei der Prävention, die weiter oberste Priorität haben soll.
(apa/red)

26.8.2009 15:25