Dienstag, 25. August 2009

ÖFB-Team weiter ohne Andi Ivanschitz:
Constantini gibt neuen Teamkader bekannt

  • Mainz-Legionär soll sich auf Verein konzentrieren
  • Wichtige Quali-Spiele gegen Färöer und Rumänien

Viele haben mit einer Rückkehr von Andreas Ivanschitz ins Nationalteam spekuliert, daraus ist vorerst nichts geworden. Der Ex-Kapitän, der für seinen neuen Verein FSV Mainz in drei Liga-Spielen zwei Assists und ein Tor erzielte und zuletzt in die "Elf des Tages" berufen wurde, scheint im 23-köpfigen Aufgebot für die kommenden Fußball-Länderspiele in der WM-Qualifikation am 5. September in Graz gegen Färöer und vier Tage später in Bukarest gegen Rumänien nicht auf.

Teamchef Didi Constantini hatte ein längeres Telefonat mit dem Deutschland-Legionär geführt und gemeinsam kam man zu dem Schluss, dass es für den Spieler in der jetzigen Phase besser ist, in Mainz zu bleiben und sich auf den Verein zu konzentrieren. "Er hat keine Vorbereitung mitgemacht, ein bisschen Probleme mit dem Knie und ist nicht zu 100 Prozent fit. Es wäre das Schlechteste, würde er jetzt auch 14 Tag aus Mainz weg sein", sagte der Trainer.

Sein Co Heinz Peischl hatte den Burgenländer am Samstag beim 2:1-Heimsieg über den FC Bayern im Stadion beobachtet. "Er hat eine ansprechende Leistung geboten", berichtete der Assistent seinem Chef, der die Entwicklung des Ex-Teamkapitäns mit Wohlwollen zur Kenntnis nahm und erklärte: "Es geht um Österreich. Wenn er in Deutschland so auftritt, gehört er zum Team." Mache der 25-Jährige so weiter, werde er das nächste Mal wohl dabei sein.

Am 10. Oktober wartet Litauen in Innsbruck und am 14. Oktober folgt zum Abschluss der Ausscheidung im Kampf um die Startplätze für Südafrika 2010 Frankreich (Paris). Ivanschitz hatte zuletzt am 11. Februar beim "freundschaftlichen" 0:2 gegen Schweden in Graz, dem letzten Länderspiel unter der Regie von Karel Brückner, 76 Minuten lang den ÖFB-Teamdress getragen. "Es wäre vielleicht auch nicht so gut gewesen, wenn Ivanschitz in Graz sein Comeback gegeben hätte", meinte Constantini.

Besser in Mainz
Der Mittelfeldspieler war im Februar in der Grazer UPC-Arena von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet worden. Dieses Missfallen sei aber nicht der Hauptgrund, warum der "verlorene Sohn" jetzt noch nicht dabei ist. "Für Ivanschitz ist es derzeit besser, dass er sich in Mainz vorbereitet", sagte Constantini, der viele Leute seines Ex-Vereins in Mainz zu seinen Freunden und daher zu seinen Informanten zählt.

Trotzdem wird der Tiroler in nächster Zeit einmal in die Karneval-Stadt am Rhein fliegen, um mit Ivanschitz auch ein persönliches Gespräch zu führen und ihn bei der Arbeit zu sehen. "Wir haben schon einige Dinge am Telefon aus dem Weg geräumt, doch haben wir noch zu reden", meinte Constantini nach der Kontaktaufnahme mit Ivanschitz. Diese sei ganz normal abgelaufen. "Ich habe ihn angerufen und er hat mich dann zurückgerufen", erzählte der 54-Jährige.

Ibertsberger erbat Auszeit
Obwohl zuletzt in Klagenfurt gegen Kamerun (0:2) im Kader, aber nicht im Einsatz, ist auch ein anderer deutscher Legionär nicht dabei. Andreas Ibertsberger bat um eine Auszeit im Nationalteam. "Er fühlt sich nicht gut, durch die Doppelbelastung vielleicht auch etwas überfordert. Sein Vertrag läuft außerdem aus und er möchte sich auf Hoffenheim konzentrieren", erzählte Constantini, der der Bitte stattgegeben hat. Die Club-Ärzte und -Masseure hätten dem Teamchef bestätigt, dass der Blondschopf vor jedem Spiel nicht gut beisammen wäre.

(apa/red)

25.8.2009 12:24