Samstag, 29. August 2009

Gigantenduell in Spanien: Real Madrid
sagt Meister FC Barcelona den Kampf an

  • Teamgefüge größte Herausforderung für Madrilenen
  • Guardiola hält "Triple" für "praktisch unmöglich"

Spanien darf sich auf ein Gigantenduell einstellen. Rekordmeister Real Madrid hat Titelverteidiger FC Barcelona vor dem Auftakt der Primera Division den Kampf angesagt - mit einer Fülle an Neuerwerbungen von Weltformat und Investitionen von rund 250 Millionen Euro in neue Stars. Unter Neo-Präsident Florentino Perez wurde die Offensivabteilung der Madrilenen mit den Hochkarätern Cristiano Ronaldo, Kaka und Karim Benzema aufgewertet. Längst ist in spanischen Medien von den "neuen Galaktischen" die Rede.

Das Starensemble muss sich aber erst einmal beweisen, in der ersten Runde gegen Deportivo La Coruna. In der Vorsaison gingen die "Königlichen" leer aus, holten nicht einen Titel - alle drei wesentlichen, Champions League, Meisterschaft und Cup, waren an den Erzrivalen aus Barcelona gegangen. Doch an eine Wiederholung des einmaligen Triple glaubt Barca nicht. "Es ist praktisch unmöglich, dass wir das wieder schaffen. Das war etwas Historisches, das man nicht wiederholen kann. Das wird sehr, sehr kompliziert", meinte Barca-Trainer Josep Guardiola.

Schwierige Aufgabe für Real-Coach
Denn die Konkurrenz hat im Sommer nicht geschlafen. Real Madrid hat investiert wie nie zuvor ein Club. Neben Ronaldo (Manchester United/94 Mio.), Kaka (AC Milan/65 Mio.) und Benzema (Olympique Lyon/35 Mio.) wechselten auch noch der Mittelfeld-Stratege Xabi Alonso (Liverpool) sowie die beiden Verteidiger Raul Albiol (Valencia) und Alvaro Arbeloa (Liverpool) nach Madrid. Dazu kehrte der Argentinier Ezequiel Garay von einer Leihe aus Santander zurück. Erste Aufgabe von Neo-Trainer Manuel Pellegrini ist es, aus den vielen Stars auch ein Ensemble zu machen - keine leichtes Unterfangen.

"Das ist die große Herausforderung bei dieser Mannschaft. Viele von diesen Spielern waren bei ihren Clubs die großen Stars. Das wird sicher nicht leicht werden", gestand Pellegrini. Der Chilene, langjähriger Trainer des Ligakonkurrenten Villarreal, löste Juande Ramos ab, dessen mit Saisonende ausgelaufener Vertrag nicht verlängert worden war. Mehrere andere Trainer hatten den Madrilenen zuvor eine Absage erteilt. "Mein Wunsch ist es, im Bernabeu-Stadion die Champions League zu gewinnen", erklärte Pellegrini. Denn das Finale steigt am 22. Mai 2010 in der Real-Heimstätte.

Dazwischen liegt aber eine ganze Saison, in der die Madrilenen unter anderem die Schmach einer 2:6-Heimniederlage im "El Clasico" gegen Barcelona vergessen machen wollen, mit der der Erzrivale Anfang Mai die Meisterschaft praktisch unter Dach und Fach gebracht hatte. Die beiden direkten Duelle gehen in der kommenden Saison am 29. November in Barcelona und am 11. April in Madrid über die Bühne. Der Titelverteidiger startet erst am Montag gegen Sporting Gijon in die Liga, weil zuvor am Freitag noch der europäische Supercup gegen Schachtjor Donezk wartet.

Zeit für Ibrahimovic
Auf dem Transfermarkt hatten sich die Katalanen auf ihr wichtigstes Bedürfnis beschränkt - einen Mittelstürmer. Dieser kam mit Zlatan Ibrahimovic im Tausch gegen Samuel Eto'o und mehr als 45 Millionen Euro von Inter Mailand. Guardiola will seinen neuen Superstar nicht unter Druck setzen. "Er kann sich alle Zeit nehmen, die er braucht", betonte der Erfolgscoach, der mit dem nationalen Supercup schon wieder den ersten Titel in der Tasche hat. "Er kann so viele schlechte Spiele spielen wie er will. Je schwieriger es für ihn wird, desto mehr werden wir hinter ihm stehen", betonte der Trainer.

Geduld ist auch bei den Konkurrenten der beiden "Großen" gefragt. Um den Meistertitel werden sie wohl allesamt nicht mitspielen - weder der FC Sevilla um seinen brasilianischen Stürmerstar Luis Fabiano, noch Atletico Madrid um Argentiniens Jungstar Sergio Agüero, Villarreal oder Valencia, das zumindest den Abgang von EM-Schützenkönig David Villa verhindern konnte. Neu in der höchsten Spielklasse sind Teneriffa, Xerez und Saragossa, den schweren Gang in die Segunda Division mussten der Traditionsclub Betis Sevilla, Huelva und Numancia antreten.

(apa/red)

29.8.2009 13:41