Donnerstag, 27. August 2009

Steffen Hofmann will Geschichte schreiben:
Rapid-Kapitän trifft im Europacup verlässlich

  • Bessere körperliche Verfassung soll Rapid helfen
  • Hofmann: "Wir sind immer noch klarer Außenseiter"

Steffen Hofmann hat heute in Birmingham gegen Aston Villa die Chance auf zwei Einträge in die Fußball-Geschichtsbücher. Der Kapitän könnte mit Rapid als erste österreichische Mannschaft einen englischen Gegner aus einem internationalen Bewerb werfen und im Falle eines Torerfolgs zum erfolgreichsten Europacup-Torschützen der Hütteldorfer nach Hans Krankl aufsteigen.

Bei derzeit 11 Treffern in 23 Partien auf internationaler Ebene fehlt Hofmann noch ein Tor, um zu Rudi Flögel und Antonin Panenka aufzuschließen. Nur "Jahrhundert-Rapidler" Krankl ist in dieser Bilanz mit 18 Treffern zumindest vorläufig außer Reichweite. "Aber eigentlich ist mir diese Statistik sowieso egal. Wichtig ist nur, dass wir aufsteigen", betonte der Deutsche.

Warum er gerade auf europäischer Ebene das Visier besonders gut eingestellt hat, ist auch Hofmann selbst ein kleines Rätsel. "Wahrscheinlich ist das eher Zufall. Doch natürlich ist man in Europacup-Spielen noch ein oder zwei Prozent mehr motiviert und hungriger als in Meisterschaftsspielen, weil man ja das ganze Jahr darauf hinarbeitet, dass man international spielen kann."

Immer noch klarer Außenseiter
Damit Hofmann und Rapid auch weiterhin in der Europa League zu sehen sind, muss in der vierten und letzten Qualifikationsrunde der 1:0-Vorsprung aus der ersten Partie verteidigt werden. "Unsere Aufstiegschancen sind nach dem Heimspiel gestiegen, aber wir sind immer noch klarer Außenseiter. Wir spielen gegen ein Top-Team aus der Premier League und wissen genau, was auf uns zukommt", erklärte der 28-Jährige.

Angesichts des zu erwartenden Sturmlaufs von Aston Villa war das lockere 4:1 gegen den LASK am Sonntag keine Generalprobe, glaubt Hofmann. "Aus diesem Spiel kann man überhaupt keine Rückschlüsse für Donnerstag ziehen. Das sind zwei verschiedene Welten, wir stehen vor einer komplett anderen Aufgabe", sagte der Rapid-Regisseur. Villa absolvierte seine Generalprobe mit einem 3:1 in Liverpool am Montag jedenfalls ebenso erfolgreich.

Rapid körperlich in besserer Verfassung
Immerhin glaubt Hofmann an einen möglichen Vorteil durch die offensichtlich bessere physische Verfassung der Grün-Weißen. "Vielleicht ist es ein kleiner Vorteil, dass wir körperlich besser in Schuss sind. Es ist für uns gut zu wissen, dass wir 90 Minuten lang alles geben können."

Ein Aufstieg wäre für Hofmann einer der größten Triumphe bei Rapid, jedoch nicht mit dem Champions-League-Weiterkommen gegen Lok Moskau zu vergleichen. "Auch wenn Aston Villa zumindest auf einer Stufe mit Los Moskau steht - wir sind damals in die Champions League gekommen, das war schon etwas Besonderes."

(apa/red)

27.8.2009 07:22