Freitag, 28. August 2009

Der LASK war nur ein Aufbaugegner: Rapid gelingt Generalprobe vor Aston-Villa-Match

  • Eine starke erste Hälfte reicht für klaren Heimsieg
  • LASK-Coach Hamann von Rapid-Atmosphäre angetan

Rechtzeitig vor dem Qualifikations-Rückspiel der Fußball-Europa-League gegen Aston Villa hat sich der SK Rapid in starker Verfassung präsentiert. Die Hütteldorfer fertigten im Hanappi-Stadion den LASK 4:1 ab und absolvierten dabei eine gelungene Generalprobe für den Auftritt im Villa Park von Birmingham.

Für den Erfolg gegen die Linzer reichte Rapid eine äußerst starke erste Hälfte. Danach ließen die Grün-Weißen im Schongang die Zeit verstreichen und konnten es sich leisten, Leistungsträger wie Steffen Hofmann oder Christopher Drazan zu schonen. Der Einsatz von Hofmann war bis wenige Stunden vor Spielbeginn infrage gestanden, im Spiel war von einer Muskelblessur des Kapitäns nichts zu merken - der Deutsche glänzte mit zwei Assists und seinem ersten Kopfball-Treffer in der Bundesliga.

Hofmann warnte allerdings davor, die Partie gegen den LASK überzubewerten. "Dieses Match kann man nicht mit dem Rückspiel gegen Aston Villa vergleichen. Wir können uns vorstellen, was uns in Birmingham erwartet", meinte der 28-Jährige. Dabei hätte Rapid laut Hofmann gar keine zusätzliche Moralinjektion benötigt. "Selbstvertrauen haben wir spätestens seit dem Sieg gegen Aston Villa genug." Dieser Meinung schloss sich auch Trainer Peter Pacult an. "Man braucht sich nur unsere Statistik in dieser Saison anschauen (Anm.: eine Niederlage in zehn Pflichtspielen), dann weiß man, wie groß das Selbstvertrauen innerhalb der Mannschaft ist."

Trotz der jüngsten englischen Wochen steigen für Pacult die personellen Alternativen. Ragnvald Soma strahlte - auch wenn nicht wirklich gefordert - in der Innenverteidigung Sicherheit aus und Branko Boskovic kam zum ersten Bundesliga-Einsatz seit seinem Armbruch. "Ihm fehlt noch die Sicherheit in den Zweikämpfen und im Passspiel, aber das bekommt man nur durch Spiele", kommentierte der Coach die Leistung des Montenegriners.

Schadensbegrenzung
Als Boskovic in der 46. Minute aufs Feld kam, war beim Stand von 4:0 längst alles entschieden. Davor hatten nicht nur die Rapidler geglänzt, sondern auch die Linzer ihren Trainer Matthias Hamann zur Weißglut gebracht. "Zum Fußball gehören Zweikämpfe, gelungene Pässe und eine gewisse Leidenschaft, und das hat man bei uns in der ersten Hälfte nicht gesehen. Nach der Pause ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Rapid hat zurückgeschaltet, dadurch sind wir besser ins Spiel gekommen", analysierte der Deutsche, der sich von der Stimmung im Hanappi-Stadion angetan zeigte. "Die Atmosphäre hier ist gigantisch. Vielleicht ist es daran gelegen, dass die Spieler wie gelähmt waren."

Der LASK hält nach fünf Runden ebenso bei sechs Punkten wie die Mattersburger, die in Kapfenberg einen 1:0-Sieg einfuhren. Gold-Torschütze war Cem Atan aus einem Freistoß. "Schon bevor ich geschossen habe, habe ich gewusst, dass der Ball drinnen ist", ließ der Mittelfeldspieler einen Blick in seine Gedankenwelt zu. Außerdem verriet der 24-Jährige, dass er seine nähere Zukunft im Ausland sieht. "Ich werde bis nächstes Jahr Gas geben und dann wird es nicht die Türkei sein, sondern England, Italien oder Spanien."

(apa/red)

28.8.2009 10:17