Montag, 24. August 2009

Ab nun keine Nullnummern mehr: Vettel geht im WM-Kampf langsam die Luft aus

  • Vettel: "Werde kämpfen bis zum letzten Atemzug"
  • Bereits 25 Punkte Rückstand auf den WM-Leader

Keine Punkte, kaum mehr Motoren und die Hoffnung schwindet auch: Sebastian Vettel droht im Rennen um die Formel-1-Weltmeisterschaft die Luft auszugehen. "Ich werde kämpfen bis zum letzten Atemzug, aber es ist nicht gut, wenn du als Jäger ausscheidest", sagte der Deutsche nach dem Motor-Drama im Grand Prix von Europa.

Zweimal ohne Punkte in zwei Rennen en suite, dazu zwei kaputte Motoren binnen zwei Tagen im heißen Valencia - diese Horror-Bilanz erhitzte vor den noch sechs ausstehenden WM-Läufen sogar den sonst so coolen Vettel. "Es kann nicht viel schlimmer kommen, als einen weiteren Motor zu verlieren und ohne Punkte nach Hause zu gehen", räumte der 22-Jährige ein. Der WM-Kampf sei bei 25 Punkten Rückstand auf Leader Jenson Button (72) "ganz einfach schwieriger" geworden, erklärte Vettel weiter.

Vor allem, weil ihm nur noch zwei neue Motoren zur Verfügung stehen. Sechs Renault-Antriebe hat er schon verbraucht, acht dürfen straffrei in einer Saison benutzt werden. Kommt Nummer neun zum Einsatz, wird der Pilot zehn Plätze in der Startaufstellung zurückversetzt. Das Malheur mit den Motoren könnte Vettel endgültig ausbremsen. Kein Wunder, dass Hersteller Renault sich bei seinem Kundenteam und speziell bei Vettel entschuldigte und Besserung gelobte. Man werde so hart wie möglich arbeiten, "um sicherzustellen, dass dies nicht wieder passiert", versprach Motoren-Mann Fabrice Lom.

Doch irgendwie klingen selbst die Statements aus der Führungsriege des Rennstalls, der den Vertrag mit dem deutschen Jungstar gerade erst verlängert hat, schon wie Durchhalteparolen. "Ich denke, dass die Meisterschaft noch lang ist - unsere Chancen sind weiter intakt", meinte Teamchef Christian Horner nach dem "schwarzen Wochenende" für das Red-Bull-Team, das nach Platz neun des australischen WM-Dritten Mark Webber ohne Punkt in der Hafenstadt blieb.

Viel Zeit, den Schiffbruch am Hafen von Valencia zu verdauen, bleibt nicht. Schon am Sonntag folgt in Spa-Francorchamps das nächste Rennen. Eine Atempause zur Motivation sei auch nicht nötig, gab Vettel zu Protokoll. "Das ist eigentlich nicht schwer, denn ich kann mir selbst nichts zuschreiben", meinte der Hesse. "So etwas kann passieren, aber es darf nicht passieren. Wenn ich das Auto in die Mauer gestopft hätte, dann wäre es viel schlimmer für mich."

(apa/red)

24.8.2009 15:29
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