Mittwoch, 26. August 2009

Kommt bald wieder ein Familientreffen? Süd- und Nordkorea nähern sich weiter an

  • Familien-Programm liegt seit fast zwei Jahren auf Eis
  • Abgeschottetes Nordkorea öffnet sich langsam wieder

Nach der vorsichtigen Wiederannäherung wollen Süd- und Nordkorea auch wieder über neue Treffen zwischen auseinandergerissenen Familien sprechen. Nordkorea habe einen Vorschlag akzeptiert, der Gespräche zwischen Vertretern der Rotkreuz-Verbände beider Länder an der nordkoreanischen Ostküste vorsieht, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit.

Das Programm für zeitlich beschränkte Familienzusammenführungen lag angesichts zunehmender Spannungen zwischen der Regierung in Seoul und der kommunistischen Führung in Pjöngjang seit fast zwei Jahren auf Eis.

Unterdessen berichteten südkoreanische Medien, Nordkorea habe nach den wachsenden Spannungen im Streit um sein Atomwaffenprogramm den USA eine Einladung zum Gespräch übermittelt. Der Beauftragte für die Nordkorea-Politik, Stephen Bosworth, und der US-Atomunterhändler Sung Kim seien für September nach Pjöngjang eingeladen worden. Nordkorea wolle mit ihnen über die weiteren Verhandlungen über den Abbau seines Atomprogramms sprechen.

Zuletzt hatten sich die Zeichen für die Bereitschaft Nordkoreas gemehrt, auf Südkorea und die USA wieder zugehen zu wollen. Das weitgehend abgeschottete Land hatte unter anderem angekündigt, es wolle die Grenze für getrennt lebende Familien und auch für Touristen aus Südkorea wieder durchlässiger machen.

Die USA hatten sich wiederholt dazu bereiterklärt, mit Nordkorea zu sprechen, falls Pjöngjang im Atomstreit einlenkt und auf sein Nuklearprogramm verzichtet. Die Gespräche sollten aber möglichst im Rahmen der sogenannten Sechser-Verhandlungen laufen, von denen sich Nordkorea im April "unwiderruflich" zurückgezogen hatte. An den Gesprächen hatten neben den USA und Nordkorea noch China, Südkorea, Japan und Russland teilgenommen.

(apa/red)

26.8.2009 07:18