Stichwahl in Afghanistan? Kontrahenten
liefern sich hartes Kopf-an-Kopf-Rennen
- Amtsinhaber Hamid Karzai liegt nur knapp vorne
- Zahlreiche Manipulationsvorwürfe aufgekommen

·CNN-VIDEO: Über
Wahlen in Afghanistan
Kann Demokratie im Krisengebiet überleben?
·Manipulationen und Hinterzimmer-Deals
Was bereits vor den Wahlen alles schief läuft?
·Rahmenbedingungen der Afghanistan-Wahl
Wer kandidiert und
was wird alles gewählt?
Nach der Präsidentenwahl in Afghanistan zeichnet sich in ersten amtlichen Ergebnissen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Hamid Karzai und dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah ab. Zwischen den beiden Kontrahenten dürfte es zu einer Stichwahl kommen. Beim jüngsten Auszählungsstand lag Amtsinhaber Hamid Karzai nur minimal vorne, wie die Wahlkommission bekanntgab.
Die Zahl der Wahlberechtigten wurde von 17 auf 15 Millionen herabgesetzt. Zuvor hatten die "Washington Post" und "New York Times" Finanzminister Omar Sahilwal zitiert, demnach Karzai mit "68 Prozent" der Stimmen die absolute Mehrheit erreicht hätte. Sein schärfster Kontrahent, Ex-Außenminister Abdullah Abdullah, hat Karzai Wahlbetrug vorgeworfen und ebenfalls die absolute Mehrheit für sich reklamiert.
Knapper Vorsprung
Nach Kundmachung der ersten offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahl in Afghanistan liegt Karzai nur ganz knapp vorne. Die Unabhängige Wahlkomission (IEC) teilte in Kabul mit, Karzai habe 212.927 und damit rund 40 Prozent der bisher ausgezählten Stimmen erhalten. Sein wichtigster Herausforderer, der frühere Außenminister Abdullah Abdullah, habe 202.889 bzw. 38,9 Prozent der Stimmen bekommen. Die IEC veröffentlichte nach eigenen Angaben das Ergebnis von bisher nur 524.444 ausgezählten Stimmen. Insgesamt waren über 15 Millionen Afghanen wahlberechtigt.
Gefälschte Stimmzettel?
Unabhängige Wahlbeobachter hatten zahlreiche Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung am Donnerstag festgestellt. Die Stiftung für Freie und Faire Wahlen in Afghanistan, die die meisten Beobachter stellt, hatte mitgeteilt, in manchen Gegenden seien Wahlurnen nach Schließung der Wahllokale mit gefälschten Stimmzetteln aufgefüllt worden. Die von den Vereinten Nationen unterstützte Beschwerdekommission hat nach eigenen Angaben insgesamt 225 Beschwerden über den Verlauf der Abstimmung sowie die Stimmenauszählung registriert. Mindestens 35 Vorwürfe hätten "hohe Priorität" und könnten den Wahlausgang beeinflussen.
(apa/red)
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