Samstag, 29. August 2009

Belauscht, beobachtet, bespitzelt: Politiker Pilz vom Heeresabwehrdienst observiert?

  • Auch steirische KPÖ-Mandatarin Pacher ausgeforscht
  • "profil": BMI soll bei Bespitzelung geholfen haben

Das Heeresabwehramt des Bundesheeres soll auch Politiker überwacht haben. Laut "profil" handelt es sich dabei um den Grün-Abgeordneten Pilz und die steirische KPÖ-Landtagsabgeordnete Pacher. Sie sollen im Juni in Knittelfeld bei einer Diskussionsveranstaltung zu Österreichs Verteidigungspolitik observiert worden sein. Der Fall soll nun im U-Ausschuss behandelt werden.

Die Veranstaltung am 19. Juni in Knittelfeld lief unter dem Titel "Wohin bringt uns der Eurofighter? Österreichs Verteidigungspolitik in der EU - regional und international". Die Abwehramts-Mitarbeiter hätten die Nummern von Autos, die im Umkreis des Veranstaltungsorts geparkt waren, notiert, schreibt "profil". Zur Feststellung der Wagenhalter soll sich das Abwehramt an das Innenministerium gewandt haben.

Reaktion aus dem Verteidigungsministerium
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte die Observierung der Veranstaltung, meinte aber: "Es ist Aufgabe des Abwehramtes, Veranstaltungen, die grundsätzlich gegen das Bundesheer gerichtet sind, zu beobachten. Wenn dort Politiker teilnehmen, finden sie sich auch in den Akten." Grundsätzlich überwache man keine Politiker, dies sei nicht Aufgabe des Heeresabwehramtes. Jede Operation müsse außerdem im vornhinein vom Rechtsschutzbeauftragten genehmigt werden.

"Stasi-Methoden
Aufgebracht zeigte sich Pilz. "Mich hat das sehr an die Methoden der Stasi erinnert", meinte er zur APA. Die Tätigkeit gehe über die eigentlichen Aufgaben des Heeresabwehramtes hinaus. "Das ist nicht der normale Eigenschutz des Bundesheeres. Der Grüne Sicherheitssprecher erwartet sich in diesem Bereich mehr Sensibilität von Verteidigungsminister Darabos. Der Vorfall werde nun im U-Ausschuss behandelt. Die KPÖ-Politikerin Pacher sprach von einem "ungeheuerlichen Vorgang".

(apa/red)

29.8.2009 14:33
Verbesserer, 30. 08. '09 11:02
Vertrautes Umfeld
Pilz muß sich ja "wie zu Hause" gefühlt haben. Sind doch Überwachung und Bespitzelung Werkzeuge LINKER Organisationen, siehe DDR, Kuba. Und unsere Grünen zählen sich zu den Anhängern dieser Denkweise.
Allzuoft gelang es Pilz, sich hinter seiner Imunität als Abgeordneter zu verstecken.
Einer küsst den Roten Platz in Moskau, der andere studiert in Kuba. Links ist Links