Polizei und Einbrecher zurück am Tatort: Rekonstruktion soll endlich Klarheit bringen
- Drei Stunden im Supermarkt in dem Florian P. starb
- Schüsse aus Notwehr oder auf der Flucht gefallen?

Etwa dreieinhalb Stunden hat im Kremser Merkur-Markt die gerichtlich angeordnete Rekonstruktion jener Tat gedauert, die am 5. August in den frühen Morgenstunden den Tod des 14-jährigen Florian P. zur Folge hatte. Der Jugendliche war als mutmaßlicher Einbrecher von der Polizei erschossen worden. Der inzwischen 17-Jährige R. hatte Oberschenkeldurchschüsse erlitten.Oberschenkeldurchschüsse erlitten.
Die Tatrekonstruktion sollte Klarheit darüber bringen, was genau sich vor inzwischen mehr als drei Wochen in der Filiale des Supermarktes abgespielt hat. Die Aussagen der beiden Polizisten, eine Frau und ein Mann, die dreimal geschossen hatten, und des durch ein Projektil verletzten 17-Jährigen divergieren. Alle Beteiligten seien "bei dem geblieben, was sie bisher schon gesagt haben", teilte der Korneuburger Staatsanwalt Friedrich Köhl am Donnerstag mit.
Bei der Tatrekonstruktion waren Köhl zufolge auch drei Sachverständige anwesend - ein Mediziner, ein Schießtechniker und ein Chemiker. Sie sollen in den kommenden Wochen ihre Gutachten abliefern. Die Staatsanwaltschaft werde danach zur Enderledigung schreiten. Dabei handelt es sich um die Entscheidung, ob das Verfahren gegen die Polizisten eingestellt oder Strafantrag - in welche Richtung auch immer - erhoben wird, erläuterte Köhl. Derzeit ermittelt die Korneuburger Anklagebehörde wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen (Strafrahmen bis drei Jahre Haft) gegen die Beamten.
Für Hans-Rainer Rienmüller, den Rechtsvertreter der beiden Polizisten, hat die Tatrekonstruktion die bisherige Verantwortung seiner Mandanten bestätigt. "Sie hatten Gelegenheit, konkret fallbezogen zu zeigen, wie ein Beamter in so einer Situation reagiert. Es war die Abwehr eines Angriffs entsprechend ihrer Ausbildungsrichtlinien", sagte der Wiener Anwalt. (apa/red)
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