Mittwoch, 26. August 2009

Mehr Rechte für Prostituierte: Ministerin Heinisch-Hosek für "neue Regeln für Sex"

  • "Rechte von Sexarbeiterinnen sind Frauenrechte"
  • NEWS traf sich mit der SPÖ-Ministerin zum Interview

Provokation: Die rote Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek
verlangt im NEWS-Interview mehr Befugnisse für Prostituierte.

NEWS: Warum engagieren Sie sich so intensiv für die Rechte von Prostituierten?

HEINISCH-HOSEK: Rechte von Sexarbeiterinnen sind Frauenrechte. Deshalb sehe ich es als Aufgabe einer Frauenministerin, für diese kleine, aber wichtige Gruppe das Wort zu ergreifen.

NEWS: Wo liegen die Probleme?

HEINISCH-HOSEK: Sexarbeiterinnen haben jede Menge Pflichten – aber keine Rechte. Derzeit verhandeln wir mit den Ländern über einheitliche Regelungen. Da geht es zum Beispiel um die Frage, ob die vorgeschriebenen Gesundenuntersuchungen vereinheitlicht werden.

NEWS: Warum wollen Sie die Sittenwidrigkeit abschaffen?

HEINISCH-HOSEK: Weil Sexarbeiterinnen dann auch ihren Lohn einklagen können. Meiner Meinung nach ist die zuständige Justizministerin Claudia Bandion- Ortner hier noch viel zu wenig aktiv.

NEWS:Soll für Prostituierte ein Anstellungsverhältnis ermöglicht werden?

HEINISCH-HOSEK: Darüber diskutieren wir noch. Es kommt darauf an, was die betroffenen Frauen wollen und was ihnen hilft.

NEWS: Könnten angestellte Sexarbeiterinnen auch Arbeitslosengeld beantragen?

HEINISCH-HOSEK: Ja, wer ins System einzahlt, soll natürlich auch davon profitieren.

NEWS: Helfen mehr Rechte für Sexarbeiterinnen auch gegen illegale Prostitution?

HEINISCH-HOSEK: Dafür brauchen wir ganz andere Maßnahmen.

NEWS: Oft wird kritisiert, dass Prostitution einer der wenigen Jobs ist, die Asylwerberinnen ausüben dürfen.

HEINISCH-HOSEK: Ich will die Frage der Arbeitserlaubnis für Asylwerberinnen losgelöst von Prostitution diskutieren. Der Verdacht liegt jedenfalls nahe, dass besonders Asylwerberinnen aus Nigeria zur Prostitution gezwungen werden. Und Frauenhandel ist ein Kapitalverbrechen.

NEWS: Warum soll Prostitution überhaupt erlaubt sein?

HEINISCH-HOSEK: Sie wird angeboten und nachgefragt. Ein Verbot ändert daran nichts. Aber die Frauen sollen wenigstens so gut wie möglich geschützt werden.

Wie die Regierung Frauen aus der Sex-Falle helfen wollten, lesen Sie in NEWS 35/09!

26.8.2009 12:43