Tschechiens Premier erntet Kritik in Wien: Faymann vehement gegen Temelin-Ausbau
- Thema, das "uns seit Jahren am weitesten trennt"
- Wirtschaftliche Themen im Vordergrund des Besuchs
Bundeskanzler Faymann (SPÖ) hat bei einem Arbeitsbesuch des tschechischen Premier Jan Fischer den geplanten Ausbau des tschechischen Atomkraftwerkes Temelin kritisiert. Die Energiepolitik sei weiterhin das Thema, das "uns seit Jahren am weitesten trennt", erklärte Faymann, der Österreichs strikte Ablehnung der Atomkraft betonte.
In der ausführlichen Besprechung des Themas sei man zu keiner gemeinsamen Haltung gekommen. Er habe im Gespräch mit dem tschechischen Premier jedoch klar gemacht, dass "für uns Wasserkraft und erneuerbare Energie Priorität haben, außerdem setzen wir auf das Gaspipeline-Projekt Nabucco", erklärte Faymann. Dass es keine gemeinsamen Ansichten bezüglich der Energiequellen gebe, bestätigte auch der tschechische Ministerpräsident. Die Oppositionspartei BZÖ kritisierte Faymanns Äußerungen in einer Aussendung als "zahnlose 0815-Kritik".
Wirtschaftliche Themen im Vordergrund
Im Vordergrund des Treffens anlässlich des Österreich-Besuch des tschechischen Premier standen wirtschaftliche Themen. Einig waren sich die beiden Regierungschefs außerdem, dass die Straßenverbindungen zwischen Österreich und Tschechien so schnell wie möglich ausgebaut werden sollen. Über mögliche Änderungen der Streckenführung der Autobahn Wien-Brno (Brünn), wie von tschechischen Medien jüngst berichtet, äußerte sich Faymann kritisch: "Wir würden gerne an der geplanten Streckenführung festhalten", erklärte er, denn Änderungen auf tschechischer Seite würden neue Umweltprüfungsverfahren nach sich ziehen und zu gravierenden Verzögerungen führen.
(apa/red)
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