Donnerstag, 20. August 2009

Uringestank & Tische neben den Mistkübeln:
Rastplätze im EU-Test - Österreich teils top

  • Zwei heimische Kandidaten holen sich Europasieg
  • Weit hinten im Mittelfeld liegt Deutschland. BILDER

Uringestank in den Toiletten und Picknicktische neben dem Mistkübel - von einem Halt an einem Autobahn-Rastplatz bleibt oft nicht mehr als blankes Grauen. Im internationalen Vergleichstest holte Österreich für zwei heimische Rastplätze (Gaishorn und Lanschütz) den Europasieg. Mit Krumpendorf (Nord) an der Südautobahn (A2) hat Österreich aber auch einen Testverlierer zu bieten, der gleich auf mit Negativbeispielen aus Spanien, Tschechien, der Slowakei, Holland, Belgien und Slowenien liegt, so das Ergebnis eines EuroTests von ÖAMTC und seinen europäischen Partnerclubs.

Platz eins mit dem Prädikat "sehr gut" geht an den Rastplatz Gaishorn (Nord) an der Pyhrnautobahn (A9) zwischen Treglwang und Trieben (Steiermark). Saubere Toiletten, eindeutig beschildert, sehr gepflegt und großzügig angelegt mit Duschen, Notruf, Videoüberwachung, schönen Picknickplätzen und problemlosen Zugang für Behinderte - all das konnte die Tester überzeugen. Gleich dahinter schaffte es Lanschütz an der Tauernautobahn (A10) auf Platz zwei im internationalen Test. Ebenfalls ein "sehr gut" fahren die Plätze in Herzogberg, Hinterbrühl und Schallaburg ein.

Krumpendorf "sehr mangelhaft"
Krumpendorf an der A2 hat als einziger heimischer Rastplatz die Note "sehr mangelhaft" erhalten. In den Toiletten stank es nach Urin, die Picknicktische befanden sich gleich neben den Mistkübeln und die Ein- und Ausfahrtswege waren zu kurz, so die Tester. Außerdem am Prüfstand: Enns (Süd) und Pinkafeld (West) an der A2, beide mit der Note "mangelhaft", Glannegg Ost (A10) und Fischamend Ost (Ostautobahn, A4) beide mit "ausreichend" beurteilt.

Kaum ein Land konnte überzeugen
Von den 101 Autobahn-Rastplätzen, die in 18 europäischen Ländern getestet wurden (zehn davon in Österreich), konnte "kaum ein Land mit durchwegs guten Anlagen überzeugen", urteilte ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke. Holland und Belgien glänzen zwar mit sauberen Grünanlagen, dafür fehlen mancherorts die Toiletten, was insgesamt für ein schlechtes Abschneiden sorgte. "Der Besuch eines WC ist schließlich ein wesentlicher Grund, warum man einen Parkplatz ansteuert", sagte der Experte.

Die Tester waren zwischen 16. April und 10. Mai 2009 in 18 europäischen Ländern unterwegs. Jeder Rastplatz wurde an verschiedenen Tagen einmal tagsüber und einmal in der Nacht begutachtet. Bewertet wurden Verkehr und Parkmöglichkeiten, Sanitäranlagen, Außenbereich und persönliche Sicherheit der Besucher.

(apa/red)

20.8.2009 10:34