Freitag, 21. August 2009

Absage an den Schulzentralismus:
LH Pühringer verlangt Kompetenzaufteilung

  • Skepsis gegenüber Plänen der Bundesregierung
  • Zentralismus macht nichts effizienter und billiger

Der oberösterreichische Landeshauptmann Pühringer kann sich als Schulreferent nur teilweise für die bildungspolitischen Pläne der Bundesregierung zur Reform der Schulverwaltung erwärmen. Vor allem den geplanten Zentralismus lehnt er ab. Pühringer stellte fest, er sei gesprächsbereit über eine Reform, wenn sich durch diese die Dinge zum Besseren wenden.

Eine Verbesserung der Schulorganisation könne aber nicht durch mehr Zentralismus erreicht werden. Probleme würden dann nur von den Betroffenen weg- und hinaufverlegt und das mache Lösungen nur komplizierter.

Der Griff des Bundes nach den Landeslehrern würde weder eine Effizienzsteigerung noch einen Fortschritt bringen. Das wären Maßnahmen gegen die Betroffenen. Ihm seien gerade erst 10.000 Unterschriften von Pflichtschullehrern übergeben worden, die beim Land bleiben wollen. Die Geschichte lehre, Zentralismus mache nichts effizienter und billiger.

Er trete für eine klare Kompetenzaufteilung zwischen Bund und Ländern ein: Beim Bund sollten Wissenschaft, Forschung, die Universitäten und Fachhochschulen sein, bei den Ländern der Schulbereich, will der Landeshauptmann. Natürlich sollten aber Lehrpläne und Schulzeitenordnung bundeseinheitlich sein.

Eine Reform kann er sich dahingehend vorstellen, dass in einer einzigen Behörde alle Verwaltungsagenden zusammenlaufen. In Oberösterreich sei alles bereits beim Landesschulrat konzentriert, im Gegensatz zu anderen Bundesländern. Die Bezirksschulräte könnte man hingegen sofort abschaffen, erklärte Pühringer. Die Bezirksschulinspektoren hingegen eher nicht, denn sie seien für Qualitätskontrolle und Personalmanagement in der Region erforderlich. Natürlich könne man die Verwaltung effizienter machen. Das seien aber nicht mehrstellige Millionenbeträge, weil die Verwaltung gar nicht so groß sei.
(apa/red)

21.8.2009 11:18