Freitag, 21. August 2009

Konkurrenzdenken mitten im Gesicht:
Nasenlöcher konkurrieren miteinander

  • Menschliches Gehirn nimmt Eindrücke getrennt wahr
  • Auch Augen und Ohren stehen in gesunder Rivalität

Beim Riechen stehen die beiden Nasenlöcher miteinander in Konkurrenz. Während bisher davon ausgegangen war, dass die beiden Öffnungen der Nase beim Wahrnehmen von Gerüchen perfekt zusammenarbeiten, zeigen Forscher der amerikanischen Rice Universität in Houston nun, dass sie zueinander in Wettbewerb stehen - ähnlich wie auch die beiden Augen und die zwei Ohren.

Die Psychologen konfrontierten bei Versuchspersonen gleichzeitig jedes der Nasenlöcher mit einem anderen Duft. Dabei nahmen die Betroffenen abwechselnd mal den einen, dann wieder den anderen Duft wahr, als ob beide Naseneingänge miteinander konkurrierten. Daraus schließen die Wissenschafter im Fachblatt "Current Biology", dass das Gehirn die Eindrücke aus beiden Öffnungen getrennt voneinander wahrnimmt.

"Gewöhnlich machen die beiden Nasenlöcher eines Menschen zu jeder Zeit ähnliche Geruchserfahrungen", erläutert Studienleiterin Denise Chen. "Aber wenn im Labor jede Nasenöffnung einen anderen Duft aufnimmt, erleben die Personen eine sogenannte olfaktorische Illusion: Anstatt dauerhaft eine Mischung beider Gerüche wahrzunehmen, riechen sie die Düfte abwechselnd nacheinander."

Eine Rivalität der Sinnesorgane hatten Forscher zuvor schon bei den Augen und auch bei den Ohren festgestellt. Gewöhnlich kann das Gehirn die leicht veränderte visuelle oder akustische Wahrnehmung der Organpaare miteinander verknüpfen. Dies gelingt aber nur bis zu einem gewissen Grad. "Wenn die Augen gleichzeitig zwei verschiedene visuelle Eindrücke sehen, nehmen wir die beiden Bilder abwechselnd wahr, eins nach dem andern", erläutert Chen.
(apa7red)

21.8.2009 09:21