Sonntag, 23. August 2009

Müssen Pensionisten heuer klein beigeben?
Hundstorfer bremst Hoffnung auf mehr Geld

  • Seniorenvertreter wollen ein Plus von zwei Prozent
  • Sozialminister: Spielraum für Erhöhungen "sehr eng"

Die Pensionisten dürfen sich bei der Erhöhung ihrer Bezüge wohl keine allzu großen Hoffnungen machen. Sozialminister Hundstorfer sichert den Senioren-Vertretern zwar Gespräche zu, lässt aber durchblicken, dass man wohl nicht allzu sehr über die Inflationsabgeltung von 1,5 bis 1,6 Prozent hinausgehen dürfte. Die Seniorenvertreter wollen ein Plus von zwei Prozent.

"Gespräche muss es geben, was aber nicht heißt, dass die Gespräche zu einem befriedigenden Ergebnis für die Herrschaften führen", so Hundstorfer im Interview. Er verweist darauf, dass die Gesetzeslage - also die Abdeckung der Teuerung - "Basis aller Gespräche" sein werde. Er gehe davon aus, dass der Spielraum "sehr eng" sei. Immerhin gebe es durch die höhere Arbeitslosigkeit Einnahmenausfälle für die Sozialversicherung.

Entscheidung im Herbst
Entschieden wird die Pensionsanpassung wie jedes Jahr im Herbst. Da wird dann auch die im Regierungsprogramm vorgesehene Pensionsreform in Angriff genommen. Allzu konkret wird der Minister zwar nicht, sichert aber zu, dass die Hacklerregelung 2013 nicht von einem Tag auf den anderen auslaufen wird. Die Hacklerregelung werde sich "vernünftig weiterentwickeln".

Über 300.000 Arbeitslose im Winter
Nicht direkt einmischen will sich der Sozialminister in die anstehende Herbstlohnrunde, da dies Sache der Kollektivvertragspartner sei. Klar ist aber seine Ablehnung einer Nulllohnrunde. Was die Arbeitslosenzahlen angeht, stimmt Hundstorfer optimistisch, dass es in den letzten zwei Monaten gegenüber dem jeweiligen Vormonat zu keiner Steigerung gekommen ist. Im Winter werde es trotzdem "natürlich" wieder über 300.000 gehen. Auf genaue Zahlen ließ sich Hundstorfer nicht ein, gelte es doch vor allem abzuwarten, wie sich die Exportwirtschaft entwickle. Ob es weiterer Konjunkturpakete bedarf, ließ Hundstorfer offen. (apa/red)

23.8.2009 10:48
ablaton, 23. 08. '09 12:54
Gespräche?
Er sichert Gespräche zu. Kann man den von Gesprächen leben? Die Anregung von Viennese hat Sinn. Ein kleiner Pensionist freut sich über €50,- ein pensionierter Beamter lacht über € 50,-. Ein kleiner Pensionist hat mit Sicherheit mehr gearbetet in der Privatwirtschaft als ein Beamter!
Viennese, 23. 08. '09 11:47
Warum immer in Prozenten?
Mir ist nicht klar warum eine Pensionserhöhung immer in Prozenten geregelt werden muss. Der Lebensunterhalt kostet für alle gleich, sofern man nicht wie viele Politiker beim Meinl am Graben einkauft. Gebt jedem pensionisten den gleichen Betrag ( €50.-) und es wird derm Staat billiger kommen. Aber natürlich sind da die diversen personen in den Gremien dagegen.
sidestep, 23. 08. '09 18:32
Re: Warum immer in Prozenten?
Ganz einfach beantwortet die Frage: Damit der Herr Hofrat 500.-Euro netto bekommt und der ASVG Pensionist 50.-Euro - wenn überhaupt. Weil Hofräte gibt es viel weniger als ASVG Pensionisten. Alles klar?