Verpackungsvielfalt auf Kosten der Käufer:
AK beklagt hohe Preise seit Flexibilisierung
- 35 Produkte nutzen schon die neue EU-Verordnung
- Konsumenten zu genauer Überprüfung aufgefordert

·'Verbraucher sollten
mit Boykott antworten'
AK geißelt Veränderung
der Verpackungsgrößen
Seit der Einführung der flexiblen Verpackungsgrößen im April müssen die Konsumenten noch genauer auf die Preise schauen: Durch die Möglichkeit, Waren in beliebig großen oder kleinen Verpackungen anzubieten, kommt es laut Arbeiterkammer (AK) zu Preiserhöhungen. Insgesamt wurden bisher 35 Produkte entdeckt, wo es zu Preisveränderungen aufgrund der neuen EU-Verordnung gekommen ist.
32 dieser Produkte sind jetzt kleiner und teurer, teilte die AK am Freitag mit. Der durchschnittliche Preisanstieg liegt laut AK bei 16 Prozent. Betroffen seien vor allem Waschmittel und Weichspüler, aber auch bei einem Müsli sei es zu Änderungen gekommen.
Die Umstellung gehe "schleichend" vor sich, sagte AK-Konsumentenschützer Karl Kollmann. Angesichts der Änderungen fordert die AK die Hersteller auf, die geläufigen Größen beizubehalten. Den Konsumenten wird erneut geraten, die Grundpreise genau anzuschauen. Oft sei dieser aber viel zu klein gedruckt, kritisiert die AK. Daher wird eine Mindestschriftgröße von vier Millimetern gefordert.
Der Grundpreis solle auch immer halb so groß wie der Verkaufspreis sein und einheitlich auf Basis des Produktpreises berechnet werden. Des weiteren wird eine einheitliche Regelung für in Öl eingelegte Lebensmittel verlangt. Nach Ansicht der AK sollte es auch eine Grundpreisauszeichnung für Hygieneartikel wie Küchenrollen, Taschentücher oder Baby-Feuchttücher geben.
(apa/red)

