Countdown für SkyEurope: Branchenkenner
rechnen schon mit dem Ende der Billigairline
- FORMAT: Kaum Chance auf Entschädigung für Tickets
- Mitarbeiter arbeiten schon seit Monaten ohne Gehalt
·Gläubiger setzen Sky
Europe Messer an Hals
Hunderte Forderungen
von Kunden & Personal
·SkyEurope startet weiter nicht von Wien
Angeblich bis zu 300.000 Euro Flughafen-Schulden
·Juli-Gehälter werden in Raten ausbezahlt
Airline-Mitarbeiter leisten Beitrag zum Überleben
·SkyEurope-Stopp
am Flughafen Wien
GRAFIK: Alle Infos zur krisengeplagten Airline
·SkyEurope muss Alternativen bieten
Sonst haben Passagiere Entschädigungsanspruch

Das Ende der Billigairline SkyEurope wird wahrscheinlicher. Eine Rückkehr nach Wien zeichnet sich nicht ab. Ticketkäufer haben praktisch keine Chance auf Entschädigung, wenn ein Flug ausfällt oder umgeleitet wird.
Keine Geld-zurück-Garantie. Wer Tickets für SkyEurope über ein Reisebüro gekauft hat, ist prinzipiell abgesichert, wenn ein Flug ausfällt. Dann kümmert sich der österreichische Vertragspartner um die Durchsetzung der Forderung.
Oder bleibt darauf sitzen. Erwin Kratschmar vom gleichnamigen Reisebüro in Amstetten erzählt: Wir warten seit Oktober 2008 auf 50,93 Euro. Die wurden einem Kunden refundiert. Die schriftliche Zusage von SkyEurope, das Geld zu überweisen, wurde bald zurückgezogen. Stattdessen haben sie einen Gutschein angeboten. Eine neuerliche SkyEurope-Buchung wird es aber nicht geben. Seit Anfang 2009 verkauft kaum ein Reisebüro noch SkyEurope-Tickets. Wir tun das nur mehr auf ausdrücklichen Wunsch der Kunden, sagt Hannes Schwarz von Carlson Wagonlit.
Auch Reiseveranstalter haben ihre Beziehungen zu SkyEurope abgebrochen. Das einst gut laufende Chartergeschäft liegt deswegen darnieder.
Buchung nur noch online
Gebucht werden kann nur noch online. Wer einen billigen Flug ergattern will, kann das Risiko bei Ticketpreisen von 29 Euro aktuell sind die Preise sogar auf 11 Euro geschrumpft wagen. Doch niemand sollte hoffen, dass er Geld zurückbekommt, wenn der Flug nicht klappt.
Auch die aktuelle Umleitung der Passagiere von Wien nach Bratislava ist laut Auffassung von Peter Kolba, Rechtsexperte des VKI, eine Leistungsänderung gegenüber gebuchten Abflügen aus Wien. Man könnte also, meinen die Konsumentenschützer, von SkyEurope den Ticketpreis und eine Ausgleichszahlung gerichtlich zurückverlangen. Allerdings, so Kolba, würde ich das bei einer Airline, die am Konkurs entlangtänzelt, nicht gerade empfehlen. Es zahlt sich nicht aus.
Kein Geld für Mitarbeiter
Laut Insidern arbeiten die slowakischen Mitarbeiter der Fluglinie bereits seit vier Monaten ohne Gehalt. Auch Harald Unger, der die Gesellschaft seit 1. Juni als Country Manager in Österreich vertritt, wartet auf sein Geld. SkyEurope-Sprecher Ronald Schranz bestätigt eine verzögerte Auszahlung. Eine der Existenzfragen für die Airline lautet: Wie lange halten die Mitarbeiter noch durch?
SkyEurope ist am Ende, meinen die meisten Branchenkenner. Es sei nur mehr eine Frage der Zeit, bis die Airline endgültig zum Grounding gezwungen wird.
Romana Kanzian
Lesen Sie mehr dazu im FORMAT 34/09!

