Trotz Rekordquotentiefs & scharfer Kritik:
Wrabetz denkt nicht an ein vorzeitiges Ende
- Quotenentwicklung für den ORF-Chef "unerfreulich"
- 440 Jobs und Formel 1 liegen auf der Waagschale
·Der "ORF-Riese"
gerät ins Wanken
NEWS: Schlechte Quoten und frustrierte Mitarbeiter
·ORF bekommt die
Rezession gar nicht
Halbjahresergebnis liegt
14 Mio. Euro unter Plan

"Unerfreulich" ist für Alexander Wrabetz die jüngste Entwicklung der ORF-Quoten. Dass im Juli der Marktanteil der Programme vereinzelt nur mehr bei 34 Prozent lag, nimmt der Generaldirektor dennoch mit Gelassenheit hin. Immerhin liege der ORF weiterhin unter den fünf quotenstärksten Sendern Europas. Kein Grund an ein vorzeitiges Ende der Amtszeit zu denken? Wrabetz hat andere Pläne: Er will den Rundfunkkonzern noch mindestens zwei Jahre führen. Zwei Jahre, in denen neben 440 Mitarbeitern selbst die Formel 1 den Sparzwängen zum Opfer fallen könnte.
Mit einer Reihe von neuen Programmangeboten wie die Gedankenleser-Show "Der Mentalist" oder den Ski-Promi-Event "Das Rennen" will Wrabetz wieder mehr Seher erreichen. Mittelfristig soll sogar die Formel 1 gegen österreichisches Programm eingetauscht werden. Die Zukunft von ORF Sport Plus scheint dagegen vorerst gesichert: Der Spartensender werde "aus heutiger Sicht erhalten bleiben, fraglich ist nur, in welchem Umfang."
Jobabbau im Gange
Trotz Konjunkturkrise will Wrabetz "mit entsprechenden Maßnahmen versuchen, so nah wie möglich an das für 2009 geplante Minus von 29 Millionen Euro zu kommen". Ohne Maßnahmen käme der Konzern auf ein Jahres-EGT von minus 53 Mio. Euro.
Das Ziel, bis 2011 etwa 440 Mitarbeiter abzubauen "werden wir erreichen". Bis zum Juni 2009 wurde der Mitarbeiterstand gegenüber Dezember 2007 laut Wrabetz bereits um 174 Vollzeitäquivalente gesenkt. In Zahlen will Wrabetz nach eigenen Angaben von 2007 bis Ende 2009 kumuliert bereits 85 Millionen Euro eingespart haben. 2010 sollen weitere 80 Millionen Euro eingespart werden.
(apa/red)

