Dienstag, 18. August 2009

Wienerberger steckt Kopf nicht in den Sand:
Neues Sparprogramm nach tristem Halbjahr

  • Umsatz des Baustoffkonzerns um 29 % eingebrochen
  • Schließung von Werken soll nun beschleunigt werden

Ziegelkonzerne sehen rot. Im Falle Wienerbergers sogar tiefrot: Das erste Halbjahr verlief für den Baustoffhersteller äußerst triest. Zu einem Umsatzeinbruch von 29 Prozent gesellten sich außerordentliche Kosten in Höhe von 180 Millionen Euro. Aufwendungen für Restrukturierungen und Firmenwertabschreibungen
schlugen in der Bilanz teuer zu Buche. Wienerberger-Chef Heimo Scheuch sieht dennoch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Für die kommenden Monate wird der bereits eingeleitete Sparkurs verschärft, noch heuer sollen statt 20 insgesamt 26 Werke geschlossen werden. Mit dieser und anderen Maßnahmen hofft man auf eine Senkung der Fixkosten um 175 Mio. Euro.

"Aus heutiger Sicht ist es angesichts der noch immer angespannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu früh, von einem neuerlichen Aufschwung zu sprechen. Die Sicherung der Liquidität und die Reduktion der Nettoverschuldung um 100 Millionen hat für uns in diesem Umfeld oberste Priorität", so Scheuch, der die Halbjahresergebnisse am Vormittag öffentlich erläutern wird.

Der Umsatz in den ersten sechs Monaten sank wie von den Analysten erwartet um etwa 29 Prozent auf 898,1 Mio. Euro nach 1,26 Mrd. Euro vor einem Jahr. Das Vorsteuerergebnis drehte auf minus 222,8 Mio. Euro nach plus 118 Mio. Euro. Das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) blieb mit 7,8 Millionen knapp im positiven Bereich.

Bereits 2.000 Mitarbeiter abgebaut
Im ersten Halbjahr konnte der Ziegelkonzern Einsparungen von 90 Mio. Euro erzielen, gegenüber dem Jahresende 2008 wurden mehr als 2.000 Mitarbeiter auf 13.100 Beschäftigte abgebaut. Scheuch kündigte an, bis Ende 2010 die Fixkosten um weitere 25 Mio. Euro auf kumulierte 175 Mio. Euro senken zu wollen. Die Investitionen sollen auf das Notwendigste beschränkt werden, Wienerberger rechnet lediglich mit Instandhaltungsausgaben von 80 Mio. Euro.

Für das zweite Halbjahr 2009 rechnet Wienerberger mit weiteren Umsatz- und Ergebnisreduktionen, die wegen der niedrigeren Ausgangsbasis im Vorjahr aber "moderater ausfallen sollten als in der ersten Jahreshälfte".
(apa/red)

18.8.2009 10:12