Schule finanzieller Kraftakt für die Eltern: Grundausstattung kostet bis zu 230 Euro
- AK: "Wer wenig hat muss auf jeden Euro schauen"
- Papierhandel rechnet mit 231 bis 308 Mio. Umsatz

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"Teuerstes statt bestes Bildungssystem Europas"
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"Glück" wird als neues Schulfach eingeführt
Federpennal, Tintenkiller, Hefte, Spitzer, Schultasche, Malfarben, Ringmappen und vieles mehr - der Schulbeginn geht ins Geld. Vor allem Eltern von "Neueinsteiger" müssen bisweilen tief in die Geldbörse greifen. Die Arbeiterkammer Wien (AK) hat die Preise für Starterpakete genau unter die Lupe genommen - und dabei zum Teil enorme Unterschiede von bis zu 522 Prozent festgestellt. Die durchschnittlichen Kosten für so ein Starterpaket, bestehend aus 21 Produkten, sind im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent gestiegen.
Die Preise variieren gewaltig, selbst der Vergleich Einzelfachhandel und Diskonter brachte deutliche Unterschiede. Die billigste Starterpaket-Variante kostete im Papiergeschäft 36,61 Euro, bei Handelsketten 64,07 Euro. Bei den teuersten Produkten wendete sich das Blatt: Fachhandel 230,41 Euro, Handelskette 112,61 Euro. Selbst zwischen den Diskontern entdeckten die Konsumentenschützer große Differenzen: Während bei Libro und Pagro das günstigste Einstiegspaket 66 bzw. 67 kostete, mussten die Testkäufer bei Thalia dafür schon 112 Euro hinblättern.
Mitarbeiter der Arbeiterkammer waren von Juni bis August in elf Papiergeschäften und drei Handelsketten in Wien unterwegs. Dabei wurden auch die Preise von umweltfreundlichen Produkten erhoben. Ergebnis: Öko-Starterpakete kosten zwischen 58 und 278 Euro.
Warnung vor Billig-Produkten
"Wer wenig hat, muss auf jeden Euro schauen und vergleicht. Nicht unerheblich ist gerade bei Schulsachen die Qualität und somit Haltbarkeit, was sich schlussendlich rechnet", gibt Konsumentenschützerin Manuela Delapina zu bedenken. Doch billige Produkte können ebenfalls teuer werden: "Beim 37-Euro-Startpaket halten manche Produkte nicht so lange. Billig-Filzstifte können sehr schnell austrocknen."
Tipps der Arbeiterkammer: Im Fachhandel beraten lassen - das hilft sparen; auf die Qualität und Haltbarkeit der Produkte achten; zu umweltfreundlichen Produkten greifen, etwa wiederbefüllbaren Filzstiften auf Wasserbasis, Heften mit Recyclingpapier oder Bleistiften ohne Lackierung am Holzschaft; der Preis eines Bleistiftes ist von der Qualität der Minen abhängig - mit guten schreibt es sich leichter; bei Buntstiften sollten die Minen mindestens vier Millimeter dick sein; gefüllte Federpennale sind meistens deutlich günstiger als ungefüllte; Schultaschen sollten formstabil sein, eine hohe Standsicherheit beim Bepacken haben und aus stark belastbarem, reißfestem Material bestehen, das wasserundurchlässig und gut erkennbar ist sowie einen orthopädisch geformten Rückenteil hat (DIN 58124 oder ÖNORM 2170). Außerdem sollte die Schultasche eines Volksschülers nicht schwerer als maximal ein Zehntel des Körpergewichts sein.
Handel spürt die Krise nicht
Des einen Leid - des andren Freud: Der Papierhandel hofft auf einen Umsatz von 231 bis 308 Mio. Euro. Das sind 30 bis 40 Prozent des erwarteten Jahresumsatzes von 770 Mio. Euro. Von der Wirtschaftskrise sei selbst jetzt nichts spürbar, betonte Oswald Heimhilcher, Sparten-Obmann der Wirtschaftskammer Österreich. "Es gibt keine generelle Krise, man muss sie nach Branchen und Situationen betrachten. Der Handel hat sie nicht, manche sagen noch nicht", so der Obmann.
(apa/red)

