Freitag, 21. August 2009

Austria mit Auswärts-Remis nicht zufrieden:
Ärger über unnötigen Diabang-Ausschluss

  • Veilchen lassen trotz 2:2-Remis die Köpfe hängen
  • Verteidiger Standfest: "Auswärtstore zählen nicht"

Normalerweise wird ein 2:2-Auswärtsremis im Fußball-Europacup fast wie ein Sieg gefeiert. Normalerweise ist das Wort "Aufstieg" dann in aller Munde. Dass die Austria-Akteure nach dem Hinspiel in der vierten Europa-League-Qualirunde gegen Metallurg Donezk trotzdem mit hängenden Köpfen die Kabine verließen, sprach Bände über das Spiel selbst. Während Coach Karl Daxbacher den Vorteil "nun klar bei uns" sah, dämpften die Spieler die Erwartungshaltung.

"Die Ausgangsposition ist gleichgeblieben, die Auswärtstore zählen nicht. Man hat gesehen, Donezk kann jederzeit ein Tor machen", meinte Joachim Standfest. Auch Torhüter Szabolcs Safar, der an seinem 35. Geburtstag eine tadellose Leistung bot, blieb Realist: "Es ist eine gute Ausgangsposition, aber ich glaube, dass Donezk die Qualität hat, auch auswärts Tore zu schießen."

Unnötiger Gegentreffer
Ein Gegentreffer in der Nachspielzeit nach einer Gelb-Roten Karte, die die Bezeichnung unnötig mehr als verdient, zerstörte die ansonsten hervorragende Ausgangslage vor dem Rückspiel im Horr-Stadion am kommenden Donnerstag. Mamadou Diabang, der für die Austria mit einem schönen Treffer (48.) die Tür zum Aufstieg aufgestoßen hatte, wurde nach seinem Ausschluss (70.) vom Matchwinner zur tragischen Figur. "Das 2:2 war gerecht - durch unsere Dummheit", sagte Standfest. Auch Trainer Daxbacher sah im Feldverweis für den nach der Partie geknickten Diabang die entscheidende Szene.

"Danach war klar, dass jetzt ein Dauerdruck von Metallurg zustande kommt und es sehr, sehr schwierig wird, das über die Zeit zu bringen", erklärte Daxbacher. Die Austria, die bereits früh durch einen Freistoß-Treffer von Milenko Acimovic (7.) geführt hatte, hielt dem ukrainischen Sturmlauf in den letzten zehn Minuten zwar lang, aber nicht lang genug statt. "Nach dem Ausschluss war es ein Spiel auf ein Tor", analysierte auch Sport-Vorstand Thomas Parits.

Donezk spielerisch überlegen
Donezk erwies sich dabei nicht nur in dieser Phase als spielerisch überlegene Elf. Dass die vor allem im Kurzpassspiel versierten Ukrainer noch nicht die Finte ins Korn geworfen haben, verdeutlichte eine Ansage von Trainer Nikolai Kostow. "Glückwunsch an die Austria, die taktisch gut gespielt hat. Aber unser Gegner sollte sich nicht zu sehr in Sicherheit wiegen, es gibt noch ein Spiel. Wir werden besser sein", sagte der Bulgare nach der Partie.

Im Rückspiel auf ein torloses Remis zu hoffen könnte sich für den ÖFB-Cupsieger deshalb als gefährlich erweisen. Mit dem 2:2 im Rücken werden die Ukrainer auch in Wien ihr Heil in der Offensive suchen. Vor allem, da die eigene Abwehr nicht immer sattelfest wirkte. "Deshalb dürfen wir nicht auf ein 0:0 spielen, sondern müssen schauen, auch selbst zu Chancen zu kommen", meinte Safar das Erfolgsrezept zu kennen.

Stürmer-Sorgen
Gerade im Angriff plagt die Austria mit der Sperre von Diabang aber im Moment Personalnot. Umso wichtiger wird sein, dass der in Donezk mit einer Entzündung im Kniegelenk verletzt ausgefallene Rubin Okotie wieder fit wird. In Donezk hatte der Torjäger nur auf der Bank Platz genommen und wäre nur im Ernstfall - bei klarem Rückstand für die Violetten - aufs Feld gekommen. "Ohne Diabang und Okotie wird es schwierig. Aber wir haben noch eine Woche Zeit", beruhigte Daxbacher.

(apa/red)

21.8.2009 12:45