Mittwoch, 19. August 2009

Der heiße Tanz um den Geldregen:
Europa-League bringt Vereinen Einnahmen

  • Allein Startgeld für jeden Club bringt 600.000 Euro
  • Neuer Europacup-Bewerb wurde finanziell attraktiver

Auf Rapid, Austria und Sturm Graz wartet bei einem Weiterkommen in der Europa-League-Qualifikation ein nicht unangenehmer Geldregen. Der in diesem Jahr neu etablierte Nachfolgebewerb des UEFA-Cups schüttet bereits als Startgeld an jeden Club 600.000 Euro aus. Für jedes der nun sechs anstelle der im UEFA-Cup vier Gruppenspiele gibt es noch einmal fix 50.000 Euro - ein Trostpflaster auch für Meister Red Bull Salzburg, sollte in der Champions-League-Qualifikation das Aus kommen.

Austria-Vorstand Markus Kraetschmer sprach von der neuen Europa League als "eine andere wirtschaftliche Dimension". Möglich gemacht werden die hohen Antrittsgelder durch die von der UEFA übernommene Vermarktung der Spiele. Diese bezieht sich vor allem auf die TV-Gelder. Für Österreich gingen die Rechte für die kommenden drei Saisonen an den Privatsender Sat. 1 bzw. den Pay-TV-Sender Sky. Der ORF hatte für den "kleinen" europäischen Bewerb kein Angebot abgegeben.

"Gegenüber der letztjährigen Gruppenphase ist die neue Europa League um ein Eckhaus attraktiver", meinte Kraetschmer. "Allein was Startgeld und Siegesprämien betrifft, ist es deutlich besser als bisher." Mit Erfolgen könnten die Clubs ihre Konten nämlich weiter auffetten. Pro Sieg werden 120.000 Euro ausgeschüttet, für ein Unentschieden gibt es immerhin noch 60.000 Euro. Das monetäre Niveau der Champions League wird jedoch noch nicht erreicht.

"Es gibt eine teilzentrale Vermarktung, die noch nicht auf dem hohen Niveau der Champions League liegt. Teilweise können Partner gefunden werden, bei den Bandenflächen haben wir 60 bis 70 Prozent Eigenvermarktung", erklärte Kraetschmer. Erst ab dem Viertelfinale übernehme die UEFA die rein zentrale Vermarktung der Spiele.

"Wir reden nicht über ungelegte Eier"
Im Fall der Austria rechnet Wirtschafts-Vorstand Kraetschmer "vorsichtig" mit einem Mindestumsatz von 1,5 Millionen Euro brutto. Nach Abzug der Veranstaltungs- und Reisekosten würde wohl die Hälfte als Deckungsbeitrag bleiben. Rapid-Manager Werner Kuhn geht bei einer Gruppenphasen-Teilnahme von drei sehr gut besuchten Heimspielen und einem Reingewinn von rund 900.000 Euro aus. Sturm-Präsident Hans Rinner wollte sich mit diesem Szenario noch nicht beschäftigen. "Wir reden nicht über ungelegte Eier", sagte der Steirer.

Insgesamt geht die UEFA professioneller an den neuen Europacup-Bewerb heran. So erhielt die Austria-Heimstätte in der vergangenen Woche Besuch von zwei UEFA-Mitarbeitern. In einem eintägigen Workshop wurde durchgegangen, welche Adaptionen im Horr-Stadion bei einem Aufstieg in die Gruppenphase noch vorgenommen werden müssten. "Sogar die Sessel wurden abgezählt", berichtete Kraetschmer, der aber das Wesentliche nicht aus den Augen verlor. "Diesen Check haben wir gut überstanden, aber jetzt liegt es an uns, dass letztendlich aus den theoretischen Plänen auch praktische werden."

(apa/red)

19.8.2009 13:04