Eine schwierige Reise in den Osten: Austria zu Besuch bei Metallurg in der Ukraine
- In laufender Europacup-Saison bisher noch makellos
- Kleiner Schachtjor-Stadtzrivale hat kleines Stadion
Eine Reise nach Donezk verheißt im Fußball-Europacup prinzipiell nichts Gutes. Mit Schachtjor stellt die Stadt aus dem Zentrum des Kohlereviers Donbass den UEFA-Cup-Champion der vergangenen Saison. Trotzdem darf der FK Austria Wien mit Zuversicht in die ostukrainische Industriestadt reisen, wartet heute (19.15 Uhr/live auf NEWS.at) doch nicht der millionenschwere Vorzeigeclub, sondern mit Metallurg der sprichwörtlich "kleine Bruder".
Der 1996 aus dem damaligen Zweitligisten Medita Schachtarsk hervorgegangene Club stieg bereits im ersten Jahr seines Bestehens in die ukrainische "Premier Liha" auf. Dort etablierte sich das Team rasch im oberen Tabellenfeld. In der vergangenen Saison schaute am Ende Platz vier heraus, wobei Metallurg 30 Zähler hinter Meister Dynamo Kiew und 15 hinter Stadtrivale Schachtjor lag. Dieser ist nicht nur sportlich, sondern auch an Popularität klar vor Metallurg anzusiedeln.
Auf eine imposante Kulisse einstellen wird sich die Austria im Auswärtsspiel nämlich nicht müssen. Während Schachtjor Donezk Traditionsclub ist, dürfen die "Blau-Weißen" nur auf wenige Fans bauen. Gerade einmal 5.300 Zuschauer fasst das "Metallurg"-Stadion - und ist trotzdem nicht annähernd ausgelastet. Der Zuschauerschnitt der vergangenen Saison lag bei knapp über 2.500 Fans, wobei sich bei Auswärtsspielen von Schachtjor auch Anhänger des Traditionsclubs ins Stadion des kleinen Stadtrivalen mischen.
Großer Trainerverschleiß
Ähnlich wie die Austria hatte auch Metallurg in den vergangenen Jahren einen großen Verschleiß an Trainern. 16 Coaches nahmen seit 1997 auf der Bank von Donezk Platz, darunter in der Saison 2006/07 mit dem Niederländer Co Adriaanse auch ein in Österreich bekannter Name. Eine weitere Parallele zur Austria und Karl Daxbacher ist aber auch hier, dass der Bulgaren Nikolai Kostow (46) ebenfalls bereits das zweite Jahr am Trainersessel sitzt. Präsident Serhij Taruta, der mit Stahl und Kohle sein Geld verdient, ist mit Kostow offenbar zufrieden.
Nachdem sich die Mannschaft in der vergangenen Saison mit 36 Toren in 30 Liga-Partien alles andere als treffsicher erwies, kamen mit dem Armenier Henrik Mchitarjan und Musawengosi Mguni aus Simbabwe zwei Stürmer. Vor allem der 1,96-m-Mann Mguni fiel den Austria-Spionen bei der 1:4-Derbyniederlage gegen Schachtjor ins Auge. Kaum als Maßstab darf Metallurgs Generalprobe gelten. Im ukrainischen Cup setzte es in der Runde der besten 32 Teams fast gegen einen Zweitligisten das Aus. Beim 4:2-Sieg im Elfmeterschießen gegen Naftowijk Ochtirka (nach 1:1 in regulärere Spielzeit) schonte Kostow zahlreiche Stammkräfte.
Makellose Europacup-Bilanz
In der aktuellen Meisterschaft liegt Metallurg mit fünf Punkten aus vier Spielen nur am elften Tabellenrang. Trotzdem sollte sich die Austria mit Blick auf die bisherigen internationalen Auftritte des Gegners nicht in der Favoritenrolle wähnen. Metallurg ist in dieser Europacup-Saison nämlich noch makellos: Gegen MTZ/RIPA Minsk (3:0/h, 2:1/a) und NK Interblock Ljubljana (2:0/h, 3:0/a) gab es vier Siege.
Zuletzt trafen die Violetten in einem schließlich erfolgreichen K.o.-Duell 2004/05 mit Mariupol auf einen ukrainischen Vertreter. In derselben Saison verloren die Wiener in der Gruppenphase gegen Dnjepropetrowsk 0:1, stiegen trotzdem auf und scheiterten erst im Viertelfinale an Parma.
(apa/red)

Deutsche Liga
Premier League
Serie A
Primera Division