Bullen ohne Hörner gegen Maccabi Haifa:
Salzburger verlieren daheim bereits mit 1:2
- Gastgeber liefen von Anfang an nur Rückstand nach
- Chance auf Einzug in Königsklasse in weiter Ferne

Die Gruppenphase der UEFA-Champions League ist für Red Bull Salzburg auch im vierten Anlauf in weite Ferne gerückt. Österreichs Fußball-Meister verlor am Mittwochabend vor 24.000 Zuschauern das Heimspiel der vierten und letzten Qualifikationsrunde gegen Maccabi Haifa 1:2 (0:1). Die Treffer für die technisch klar überlegenen und pfeilschnellen Gäste aus Israel erzielten der erst 18-jährige Mohammad Ghadir (22.) sowie der erst acht Minuten zuvor eingewechselte Joker Shlomi Arbeitman (84.). Alexander Zickler gelang nach der Pause der kurzzeitige Ausgleich (57.).
Mit diesem Resultat waren die Salzburger, bei denen ÖFB-Teamstürmer Marc Janko bis zur 68. Minute wieder nur auf der Bank schmorte, eigentlich noch gut bedient, hätte es doch zur Pause gut und gerne bereits 0:3 heißen können. Die Truppe von Trainer Huub Stevens fand nämlich über weite Strecken kein Rezept gegen die enorm schnell von Defensive auf Offensive umschaltende Haifa-Truppe, die sich eine perfekte Ausgangssituation für das Rückspiel am kommenden Dienstag im Ramat-Gan-Stadion in Tel Aviv schuf.
Sogar eine 0:1-Niederlage würde Israels Champion zum Aufstieg in die Gruppenphase genügen. Salzburg muss dagegen wie schon zuvor gegen Bohemians Dublin und Dinamo Zagreb (jeweils 1:1 im Heimspiel) auf einen Erfolg in der Fremde hoffen, wobei diesmal ein Sieg mit zumindest zwei Toren her muss. Sollte dies nicht gelingen, muss das Stevens-Team mit der Gruppenphase der Europa League vorlieb nehmen.
Sekagya hinterlässt klaffende Lücke
Ohne ihren gesperrten Abwehrchef Sekagya hatten die Heim-Elf gleich in den ersten Minuten gegen technisch beschlagene und zweikampfstarke Haifa-Auswahl zwei bange Momente zu überstehen: Bereits in der dritten Minute brach Golasa auf der rechten Salzburg-Seite, auf der Schwegler alles andere denn eine gute Figur machte, durch, scheiterte aber an Schlussmann Gustafsson, der sich wenig später bei einem Dwalischwili-Kopfball erneut mit einer Glanzparade auszeichnete (10.).
Die Salzburger hatten ihre erste Chance erst nach einer knappen Viertelstunde, doch Stürmer Nelisse agierte zu lässig mit der Ferse, und Svento sprang in der Folge der Ball vom Fuß. Wer dachte, dass die Hausherren nun das Kommando übernehmen würden, der irrte, denn in Minute 22 hieß es verdientermaßen 0:1 für die Gäste: Nach einem Angriff über Regisseur Katan und Meshumar-Maßflanke war der von der Abwehr sträflich vernachlässigte Ghadir aus kurzer Distanz mit dem Kopf zur Stelle und ließ Gustafsson nicht den Funken einer Chance.
Bereits fünf Minuten später hätte es gut und gerne 0:2 heißen können: Diesmal kam Haifa wieselflink über die anfällige Schwegler-Seite, doch die Dwalischwili-Flanke verfehlte Kayal in der Mitte knapp. Danach fand Salzburg über Kampf besser ins Spiel, vergab aber durch Svento, der eine Leitgeb-Flanke per Kopf neben das Tor setzte, eine gute Möglichkeit (33.). Danach probierten es Zickler und Leitgeb aus der Distanz, doch beide Mal war Haifa-Tormann Davidovitch auf dem Posten (35. bzw. 40.).
Unveränderter Start in zweite Halbzeit
Trotz der schwachen Vorstellung stellte Salzburg-Coach Huub Stevens vorerst nicht um. Und so begann die zweite Hälfte so, wie die erste aufgehört hatte - mit einer Haifa-Großchance: Aber der an diesem Abend überragende Kapitän Gustafsson zeichnete sich im Duell mit Ghadir erneut mit einer tollen Handabwehr aus (46.).
Die Hausherren probierten es weiter mit Kampf und Fernschüssen, so etwa durch Zickler, der den Ball aus 18 Metern zentral über das Gehäuse jagte (53.). Auf einen Kayal-Schuss, der nur knapp am Kreuzeck vorbeizischte, folgte dann der schnelle Gegenangriff, der zum 1:1 führte: Nach Ausschuss von Gustafsson und Kopfball-Verlängerung von Nelisse setzte sich Zickler im Laufduell auch mit Hilfe seiner rechten Hand gegen Keinan durch und erzielte im Rutschen den Ausgleich (57.).
Wer keine Tore schießt...
Danach folgte die beste Phase der Gastgeber, doch Dudic köpfelte nach Cornern jeweils aus kurzer Distanz über das Tor (78., 82.). Die zunächst nach dem Gegentor etwas geknickt wirkenden Israeli erzielten aber in Minute 84 mit einem blitzschnellen Konter doch noch den verdienten Siegtreffer, der aus eine Co-Produktion zweier Wechselspieler resultierte: Refaelov spielte ideal in den Lauf von Arbeitman, der Gustafsson keine Chance ließ.
Endstand Hinspiel: Red Bull Salzburg - Maccabi Haifa 1:2 (0:1)
Red-Bull-Arena, 24.000 Zuschauer, SR Juri Baskakow (RUS).
Torfolge:
0:1 (22.) Ghadir
1:1 (57.) Zickler
1:2 (84.) Arbeitman
Salzburg: Gustafsson - Schwegler, Schiemer, Dudic, Ulmer - Augustinussen - Tchoyi, Leitgeb, Svento (80. Jezek) - Zickler (68. Janko) - Nelisse (60. Cziommer)
Haifa: Davidovitch - Meshumar, Keinan, Maymon, Masilela - Culma Jairo, Kayal (69. Refaelov) - Ghadir (65. Boccoli), Katan, Golasa - Dwalischwili (76. Arbeitman)
Gelbe Karten: Augustinussen, Schwegler (beide für das Rückspiel gesperrt), Ulmer bzw. Meshumar, Keinan (für das Rückspiel gesperrt), Masilela
Rückspiel am 25. August im Ramat-Gan-Stadion in Tel Aviv. Der Aufsteiger steht in der Gruppenphase der Champions League (Auslosung am 27. August, 1. Spieltag am 15./16. September). Der Verlierer steht in der Gruppenphase der Europa League (Auslosung am 28. August, 1. Spieltag am 17. September)
(apa/red)
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