US-Generalstabschef über Afghanistan: Die Situation verschlechtert sich trotz Wahlen
- Heikle Aussage zur Lage nach Präsidentschaftswahlen
- Taliban nach Mullens Meinung noch "ausgeklügelter"

·EU mit der Wahl in Afghanistan zufrieden
Urnengang "großartiger Erfolg für die Menschen"
·CNN-VIDEO: Über
Wahlen in Afghanistan
Kann Demokratie im Krisengebiet überleben?
Die Lage in Afghanistan ist nach den Worten von US-Generalstabschef Michael Mullen "ernst und verschlechtert sich". "Ich habe das die letzten Jahre über gesagt - dass der Aufstand der Taliban besser geworden ist, ausgeklügelter in ihren Taktiken", sagte der Admiral in einem Interview des Senders CNN. Seine negative Äußerung sorgte für besonderes Aufsehen, weil sie kurz nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Afghanistan erfolgte, die von den USA als wichtiger Schritt zur Stärkung des Vertrauens der Bevölkerung in ihre Regierung bezeichnet worden ist.
Mullen ließ aber nicht erkennen, ob der US-Oberbefehlshaber in Afghanistan, Stanley McChrystal, eine weitere Truppenaufstockung über die bereits von Präsident Barack Obama verfügte hinaus beantragen wird. McChrystal arbeitet derzeit an einem Lagebericht, den er innerhalb der nächsten 14 Tage in Washington vorlegen wird. Nach Obamas bisherigem Plan werden sich Ende des Jahres etwa 68.000 US-Soldaten in Afghanistan aufhalten.
Eine zusätzliche Truppenentsendung wäre für den Präsidenten ein schwieriger Schritt, da die Unterstützung des Afghanistan-Einsatzes in der amerikanischen Öffentlichkeit zurückgeht. So hält nach einer jüngsten "Washington Post"/ABC-Umfrage eine Mehrheit der Amerikaner den "Krieg nicht mehr das Kämpfen wert". Mullen sagte, er sei besorgt über diese Zahlen.
(apa/red)
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