Samstag, 22. August 2009

Trotz Gewalt und Einschüchterungen: EU
sieht Afghanistan-Wahl 'weitgehend positiv'

  • Urnengang "großartiger Erfolg für die Menschen"
  • Elf IEC-Mitarbeiter wurden bei Angriffen getötet

Die Wahlbeobachter der Europäischen Union haben den bisherigen Verlauf der Präsidentschaftswahl in Afghanistan als "weitgehend positiv" gewertet. Außerdem teilte Unabhängige Wahlkommission (IEC) mit, trotz der Einschüchterungsversuche der Taliban sei der 20. August 2009 "ein großartiger Erfolg für die Menschen in Afghanistan" gewesen.

Allerdings sind nach Angaben der Kommission elf ihrer Mitarbeiter getötet worden. Sie seien Angriffen durch "Feinden des Friedens" zum Opfer gefallen, teilte die IEC weiter mit.

"Die Beteiligung der Menschen war am Ende erfolgreich." Die IEC hat keine Zahlen zur Wahlbeteiligung veröffentlicht, die Wahlbeobachter auf deutlich unter 50 Prozent schätzen. Zwei Tage nach der Wahl teilte die Beobachtermission mit, man begrüße die Abstimmung als einen "Sieg über jene, die die Afghanen davon abhalten wollten, über ihre eigene Zukunft zu entscheiden".

Gewalt und Einschüchterungen
Allerdings sei der Urnengang in einigen Landesteilen durch Gewalt und Einschüchterung nicht frei gewesen, sagte der Leiter der Mission, der Franzose Philippe Morillon, vor Journalisten in Kabul.

Die Unabhängige Wahlkommission habe "generell effizient funktioniert", heißt es in der Erklärung weiter. "Der Prozess scheint zu diesem Zeitpunkt weitgehend positiv gewesen zu sein." Die EU-Wahlbeobachtermission habe rund 250 Mitarbeiter im Land. Sie werde den Auszählungs- und den Beschwerdeprozess weiter beobachten. Die Wahlkommission will von Dienstag an Teilergebnisse veröffentlichen.

Wahlergebnis respektieren
Amtsinhaber Hamid Karzai und sein schärfster Rivale Abdullah Abdullah haben zugesichert, das Ergebnis anzuerkennen. Der US-Gesandte Richard Holbrooke sagte, Karzai und Abdullah hätten ihm im Fall einer Niederlage versprochen, ihre Anhänger nicht aufzuhetzen.

(apa/red)

22.8.2009 17:03