Zeichen stehen auf Versöhnung: Nordkorea will seine Beziehungen zu Seoul verbessern
- Delegation überreichte Botschaft von Kim Jong Il
- Annäherung: Atmosphäre des Treffens war "herzlich"

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Nach monatelanger Eiszeit hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il den Wunsch nach besseren Beziehungen zu Südkorea geäußert. Bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak überbrachte eine Delegation von hochrangigen Funktionären aus Nordkorea eine entsprechende Botschaft Kims, wie ein Sprecher des Präsidialamts in Seoul mitteilte. Nähere Einzelheiten nannte er nicht.
Es war das erste Mal seit seinem Amtsantritt vor knapp eineinhalb Jahren, dass der konservative südkoreanische Staatschef Vertreter aus dem kommunistischen Nachbarland empfing. Das Treffen fand wenige Stunden vor dem Staatsbegräbnis für Ex-Präsident Kim Dae Jung statt, dem die nordkoreanische Delegation im Namen von Kim Jong Il die letzte Ehre erwiesen hatte.
Vorsichtige Annäherung
Nach den zuletzt heftigen Spannungen hatten sich zuletzt die Zeichen für die Bereitschaft Nordkoreas für eine vorsichtige Annäherung an den Süden gemehrt. Am Samstag war es zum bis dato hochrangigsten Kontakt seit fast zwei Jahren gekommen. Südkoreas Vereinigungsminister Hyun In Taek traf dabei in Seoul den für Beziehungen zum Süden zuständigen Funktionär der Arbeiterpartei, Kim Yang Gon. Die Atmosphäre des Treffens im Blauen Haus, dem Präsidentensitz in Seoul, sei "herzlich" gewesen, hieß es.
Das Gespräch mit Lee war kurzfristig anberaumt worden. Die Nordkoreaner hatten zunächst an der Trauerfeier für den früheren Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Kim Dae Jung teilgenommen. Am Samstag baten sie um das Treffen mit Lee und sprachen sich für eine Verbesserung der Beziehungen beider Länder aus.
Abschied von Expräsident Kim
In Seoul hat heute das Staatsbegräbnis für Kim Dae-jung begonnen. Tausende von Gästen aus dem In- und Ausland, darunter Lee und die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright, nahmen an dem Trauerstaatsakt vor der Nationalversammlung in Seoul teil. Kim hatte sich als Präsident um die Entspannung zwischen den beiden Koreas verdient gemacht und die sogenannte Sonnenscheinpolitik eingeleitet.
(apa/red)
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