Waffenladungen auf "Arctic Sea" vermutet: Entführer und Besatzung einvernommen
- Frachter liegt noch vor der westafrikanischen Küste
- Mit Atomsprengköpfen bestückbare Marschflugkörper
·Besatzung der Arctic Sea wird nun verhört
Russland fordert Pläne gegen Piraterie-Boom
·VIDEO: Vermisster Frachter gerettet
"Arctic Sea" befand sich in Gewalt von Seeräubern
·GRAFIK: Die ganze Irrfahrt des Frachters
Ursprüngliche Route und Fundort der "Arctic Sea"
·Seeräuber geben die
'Hansa Stavanger' frei
Somalische Piraten
erhielten 2,7 Mio. Euro

Vier Tage nach der Befreiung des lange verschollen geglaubten Frachters "Arctic Sea" hat Russlands Luftwaffe die acht mutmaßlichen Piraten sowie die meisten Seeleute nach Moskau geflogen. Der Kapitän der "Arctic Sea" sowie drei weitere Seeleute hielten allerdings weiter Wache auf dem Frachter. Militärexperten meinen nun, dass Waffen an Bord gewesen sein können.
Die "Arctic Sea" liegt noch vor der westafrikanischen Küste des Inselstaats Kap Verde. Dort war das Schiff am Montag nach offiziellen Angaben aus der Gewalt von Piraten befreit worden. Das russische Staatsfernsehen zeigte, wie die mutmaßlichen Seeräuber aus Lettland, Estland und Russland aus dem Flugzeug über das Rollfeld von Unformierten abgeführt wurden. Am Mittwochabend hatten die russischen Behörden auch erstmals Bilder von der befreiten Besatzung veröffentlicht. Die Männer wirkten gesundheitlich wohlauf.
Russische und ukrainische Zeitungen schrieben, dass es sich bei den vermuteten Waffen um Marschflugkörper handeln könnte. So seien mit Atomsprengköpfen bestückbare Raketen vom Typ X-55, die aus Sowjetzeiten stammten, bereits in der Vergangenheit in den Iran geschmuggelt worden, berichtete die Moskauer Zeitung "Nowyje Iswestija". Die Ukraine hatte 2005 den Schmuggel von Raketen dieses Typs an den Iran und China eingeräumt. Die Raketen können von dem Jagdbomber Suchoi SU-24 abgefeuert werden, die Flugzeuge sowjetischer Bauart gelten als Rückgrat der iranischen Luftwaffe.
(apa/red)
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