Mittwoch, 19. August 2009

Anschlagsserie lässt den Irak erzittern:
Dutzende Tote bei Explosionen in Bagdad

  • Gebäude der Finanz- und Außenministerien getroffen
  • Sicherheitssituation wieder dramatisch verschlechtert

Bei einer verheerenden Anschlagsserie in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 75 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden. Andere Quellen sprachen von mindestens 95 Toten und über 550 Verletzten. Nach Angaben des Innenministeriums gab es zwei besonders schwere Autobombenanschläge in der Nähe des Finanz- und des Außenministeriums.

Die Behörden machten islamische Extremisten und Anhänger der Baath-Partei des 2006 hingerichteten Ex-Diktators Saddam Hussein verantwortlich. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Der schwerste Anschlag ereignete sich gegenüber dem Außenministerium im Stadtzentrum. Es liegt nahe der streng bewachten "Grünen Zone", in der sich mehrere Ministerien und ausländische Botschaften befinden. Die Explosion eines mit Sprengstoff präparierten Lastwagens riss dort rund 50 Menschen in den Tod. Andere Sprengladungen explodierten beim Finanzministerium, beim Handelsministerium und beim Gesundheitsministerium.

Einheimische Sicherheitskräfte in Frage gestellt
Es waren die folgenschwersten Anschläge in Bagdad seit dem 1. Februar 2008, als 98 Menschen bei einem Anschlag auf einen Markt ums Leben kamen. Auch im Westen von Bagdad explodierte eine Autobombe. Dabei gab es zwei Tote und fünf Verletzte. Außerdem schlugen nach Angaben aus Sicherheitskreisen zwei Granaten in der "Grünen Zone" und eine weitere außerhalb dieses Sektors ein.

Im Irak stellt sich damit verstärkt die Frage, ob die einheimischen Sicherheitskräfte allein die Lage in den Griff bekommen können, nachdem sich die US-Truppen am 30. Juni aus den Städten zurückgezogen haben. US-Präsident Obama will die Kampftruppen bis zum 31. August 2010 ganz aus dem Irak abziehen. (apa/red)

19.8.2009 21:23