Donnerstag, 20. August 2009

Anschläge erschüttern zwei deutsche
Städte: Mehrere Sprengkörper gezündet

  • Polizei: Eine Person wurde dabei leicht verletzt

Mehrere Sprengkörper sind an zwei Häusern im südhessischen Viernheim und im benachbarten Weinheim in Baden-Württemberg explodiert. Dabei wurde ein Familienvater in Viernheim leicht verletzt, seine Frau und die beiden sieben und neun Jahre alten Kinder erlitten einen schweren Schock, wie die Polizei berichtete.

Der mutmaßliche Täter, der eine Gasmaske und einen Tarnanzug trug, verschanzte sich anschließend mehrere Stunden lang in einem Wohn- und Geschäftshaus - nur knapp 100 Meter von dem Einfamilienhaus entfernt. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei umstellte das vierstöckige Gebäude. Die Einsatzkräfte sperrten das Haus weiträumig ab und evakuierten rund zehn Gebäude in der Nachbarschaft.

Bombenleger in Wohnung verschanzt
Der Bombenleger hatte sich über den Notruf bei der Polizei gemeldet. Er gab an, er habe auch in dem Haus, in dem er sich verschanzte, Sprengfallen ausgelegt. Er stand mehrmals in Kontakt mit der Polizei, die immer wieder Einsatzkräfte in das Haus schickte. Die Ermittler gingen davon aus, dass der Mann noch Sprengstoff oder Waffen bei sich hatte.   

Sie vermuteten einen Zusammenhang zwischen den Explosionen in Viernheim und Weinheim, nannten aber keine Einzelheiten. Der Täter soll bei seinem Anruf bei der Polizei in Viernheim auf die Detonation in Weinheim gegen 5.30 Uhr hingewiesen haben. Nach der Explosion einer kleineren Handgranate vor dem Wohnhaus im Rhein-Neckar-Kreis, bei der niemand verletzt wurde, durchsuchten Sprengstoffexperten das Gebäude. Ein auf dem Balkon im ersten Stock entdecktes Paket wurde zur Untersuchung dem Landeskriminalamt übergeben. Die Bewohner des Hauses waren im Urlaub in den USA. Nach der Durchsuchung konnten rund 50 Menschen aus der Nachbarschaft in ihre zuvor evakuierten Wohnungen zurückkehren. Die sicherheitshalber unterbrochene Elektro- und Gasversorgung wurde wieder aktiviert.

Politisches Motiv ausgeschlossen
Nach Informationen des Radiosenders FFH soll es um Mietstreitigkeiten gehen. Der Täter habe die Sprengkörper in Weinheim etwa eine Stunde vor der Tat in Viernheim getestet. Nach Informationen des Hessischen Rundfunks (hr) handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Onkel des Familienvaters aus Viernheim. Die Polizei sagte zum Verhältnis zwischen Täter und Opfern sowie einem möglichen Motiv nichts. Klar sei nur, dass es sich um einen privaten Hintergrund handle, ein politischer sei auszuschließen.

Der Beschuldigte hatte in Viernheim mehrere kleine Sprengkörper am Eingang des Einfamilienhauses gezündet und dabei erheblichen Sachschaden angerichtet. Der 32 Jahre alte Familienvater hatte sich verletzt, als er eine Scheibe einschlug, um sich mit seiner 31 Jahre alten Frau, seinem Sohn und seiner Tochter ins Freie zu retten.
(apa/red)

20.8.2009 10:27