Besatzung der Arctic Sea wird nun verhört:
Russland fordert Pläne gegen Piraterie-Boom
- Erste Bilder der seit langem verschollenen Seeleute
- Botschafter Rogosin: Spekulationen um Fracht sinnlos
·VIDEO: Vermisster Frachter gerettet
"Arctic Sea" befand sich in Gewalt von Seeräubern
·GRAFIK: Die ganze Irrfahrt des Frachters
Ursprüngliche Route und Fundort der "Arctic Sea"
·Seeräuber geben die
'Hansa Stavanger' frei
Somalische Piraten
erhielten 2,7 Mio. Euro

Nach der Befreiung des lange verschollen geglaubten Frachters "Arctic Sea" gibt es erste Bilder von den Seeleuten. Sie zeigen, wie die Männer in einem Boot zum Verhör gebracht werden. Nach der Veröffentlichung der Aufnahmen warnte Russlands NATO-Botschafter Dmitri Rogosin vor Spekulationen um das nach offiziellen Angaben mit Holz beladene Schiff.
Statt sich Gedanken über eine angeblich geheime Fracht und die Rolle des russischen Militärs in dem Fall zu machen, sollte die internationale Staatengemeinschaft lieber rasch ein Programm gegen die ausufernde Piraterie entwerfen, sagte Rogosin nach Angaben der Agentur Interfax.
Alle Länder müssten aus der Geschichte um die von acht Seeräubern entführte "Arctic Sea" ihre Lehren ziehen, damit sich eine solche Kaperung in der Ostsee nicht wiederholen könne, sagte Rogosin. Nach offizieller russischer Darstellung hatten Piraten aus Estland, Lettland und Russland den Frachter bereits am 24. Juli vor der schwedischen Küste in ihre Gewalt gebracht.
Rogosin bezeichnete den Überfall als das jüngste Beispiel für die bestens organisierte und finanzierte Piraterie. Diesem neuen "internationalen Übel" solle sich auch der NATO-Russland-Rat annehmen, betonte der Diplomat.
Der russische NATO-Botschafter reagierte damit auf Spekulationen, an Bord der "Arctic Sea" könnten außer Holz auch Waffen wie Marschflugkörper oder sogar radioaktive Substanzen transportiert worden sein. Russland habe keinen Aufwand mit seiner Schwarzmeerflotte gescheut, um das Leben seiner 15 Seeleute zu retten, betonte Rogosin.
Die Seefahrergewerkschaft forderte allerdings in einem offenen Brief an die russische Führung, schnellstmöglich den Kontakt zwischen den Seeleuten und ihren besorgten Angehörigen herzustellen und die Männer rasch nach Hause zu fliegen. (apa/red)
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