Selbstmordbomber tötet 19 Menschen:
Anschlag auf Polizeistation in Inguschetsien
- Rund 70 Opfer wurden teilweise schwer verletzt
- Täter Gebäude rammte mit Auto und zündete Bombe

Mit dem Blutbad in der russischen Teilrepublik Inguschetien hat die jüngste Gewaltwelle im Nordkaukasus einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Stadt Nasran mit ihren mehr als 100.000 Einwohnern wurde vom schwersten Bombenanschlag seit Jahren erschüttert. Ein Selbstmordattentäter riss mindestens 19 Polizisten mit in den Tod. Dutzende weitere Menschen wurden nach Angaben der Ermittlungsbehörden verletzt, als der Attentäter einen mit Sprengstoff beladenen Kleinlaster im Hof des Polizeihauptquartiers in der Gebietshauptstadt Nasran in die Luft sprengte.
Der Attentäter durchbrach mit dem Fahrzeug das Sicherheitstor der Polizeiwache, wie die Moskauer Staatsanwaltschaft mitteilte. Dann habe sich eine "gewaltige Explosion" ereignet. Die Bombe hatte demnach eine Sprengkraft von etwa 50 Kilogramm TNT gehabt. Ein Sprecher des inguschischen Präsidenten Junus-Bek Jewkurow sprach von rund 70 Verletzten, darunter seien elf Kinder und zahlreiche Bewohner angrenzender Häuser.
Polizeistation in Flammen
Die Polizeiwache stand nach der Explosion in Flammen, auch ein angrenzendes Wohnhaus und mehrere Bürogebäude wurden teils schwer beschädigt. Polizisten hatten noch versucht, das heranrasende Fahrzeug mit Schüssen zu stoppen, was aber nicht gelang, wie der stellvertretende inguschische Innenminister Dsyaudin Dsortow sagte. Nach Polizeiangaben ereigneten sich nach dem eigentlichen Anschlag noch mehrere kleinere Explosionen, da der Attentäter den Laster in der Nähe des Munitionslagers der Polizei in die Luft gesprengt hatte.
Bessere Sicherheitsvorkehrungen gefordert
Russlands Staatschef Medwedew forderte das Innenministerium auf, die Sicherheitsvorkehrungen in Inguschetien zu verschärfen. Inguschetiens Präsident Jewkurow schrieb die Tat radikalislamischen Aufständischen zu. Die Islamisten versuchten, die Region zu destabilisieren, ließ er über seinen Sprecher mitteilten. Jewkurow machte auch die USA, Großbritannien und Israel für die schlechte Sicherheitslage im Nordkaukasus verantwortlich.
Europäische Union hat den Terroranschlag verurteilt. In einer Erklärung der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft heißt es, die Union spreche den Familien der Opfer "angesichts dieser brutalen Handlung" das tief empfundene Beileid aus. Die EU bekunde auch der russischen Regierung und dem russischen Volk "in diesen schweren Stunden ihre Anteilnahme".
Im Konfliktgebiet Nordkaukasus, wo die ebenfalls von Gewalt erschütterten russischen Teilrepubliken Tschetschenien und Dagestan liegen, kämpfen islamistische Fundamentalisten seit langem für eine Loslösung von Russland.
(apa/red)
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