Montag, 24. August 2009

Special Effects und Brücken zur Moderne:
Eine unvergessliche "AIDA" in Bregenz

  • Polizei-Outfits, fliegende Madonnen & Liebherr-Kräne
  • Ein Spiel der Elemente - mit Wasser im Vordergrund

Ein regungsloses Liebespaar ganz in weiß gekleidet schwebt eng umschlungen aus dem kalten Bodensee. Damit wird das dramatische Ende einer Liebesgeschichte vorweg genommen. Aber wie bei einer Wanderung durch den Bregenzer Wald gilt auch bei den Bregenzer Festspielen das Sprichwort: Der Weg ist das Ziel. Die Inszenierung von Guiseppe Verdis Oper „AIDA“ lässt den Zuseher gebannt bis zum Schluss auf die eindrucksvolle Bühne blicken. Und am Ende ist klar: einmal gesehen reicht nicht.

Vielleicht wirkt die Mischung aus modernen Polizei-Outfits, fliegenden Madonnen und gelben Liebherr-Kränen für alteingesessene Opernfans etwas ungewöhnlich. Es wird allerdings schnell klar, dass Regisseur Graham Vick mit seiner Inszenierung den ständigen Brückenschlag zur Moderne sucht. So erinnert die in Stücke gerissene Freiheitsstatue nicht zufällig an das bröckelnde Image der Vereinigten Staaten, während über die Bühnentreppe purzelnde oder an der Leine geführte Statisten sinnbildlich für die menschenunwürdigen Zustände in den Gefängnissen Abu Ghraib oder Guantanamo stehen.

Baukräne als Kulisse
Aufwendige Special Effects – in einer Dimension, wie sie es zuvor bei den Bregenzer Festspielen noch nie gegeben hat – stehen im Mittelpunkt der Aufführung. Die Kräne lassen Menschen, Bühnenteile oder ganze Boote über die Köpfe des gebannten Publikums hinwegschweben, beim Feldzug gegen die Äthiopier setzen sich Teile der monströsen Freiheitsstatue wie von Geisterhand zusammen, und bei der Urteilsverkündung gegen den ägyptischen Feldherr Radames beginnt der Bodensee plötzlich Feuer zu speien. Obendrein sorgt eine ausgeklügelte Hydraulik dafür, dass sich Teile der Kulisse ab und an aus dem Wasser heben bzw. der Bühnenboden stellenweise seine Richtung wechselt. Man wünscht sich, am liebsten sechs Augen zu haben, um das gesamte Spektrum der riesigen Bühne auf einmal erfassen zu können.

Neu und alt
Besonders beeindruckend: der Mix der vier Elemente, wobei dem Element Wasser besondere Bedeutung zukommt. Schauspieler tauchen wie aus dem nichts aus dem See auf, und ein “spritziges” Ballett zeigt auf imposante Weise, wie sich Wasserschlieren kunstvoll in den Tanz integrieren lassen. Auch der gefangene Nubierkönig Amonasro versinkt zeitweise sogar bis zum Hals im kühlen Nass.”

Dem Spielort zuliebe wurde auch das Ende etwas adaptiert: Das unglückliche Liebespaar wird nicht, wie im Original, lebendig begraben, sondern ertränkt. Aida und ihr Radames entschwinden auf einem – einer venezianischen Gondel gleichenden – Totenschiff in den Nachthimmel.

Ein unvergessliches Spektakel, das zum Glück für alle, die heuer keine Karten mehr ergattern können, auch 2010 noch am Bodensee zu sehen ist. Dem Briten Graham Vick und seinem künstlerischen Team (Bühnenbild und Kostüme von Paul Brown, Choreographie von Ron Howell, Lichtregie von Wolfgang Göbbel, Musik von den Wiener Symphonikern unter Maestro Carlo Rizzi) ist es gelungen, eine Oper zu inszenieren, die auch das junge Publikum begeistert. Und das lag nicht nur an den Untertiteln, die über zwei Monitore übertragen wurden.

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Tipp: "AIDA" gibt es auf DVD zu erstehen.


Thomas Hammerschmied, Beatrix Konrader

24.8.2009 21:16

Kino

Men in Black 3

Komödie, Science Fiction - USA, 2012

Regie: Barry Sonnenfeld

Mit: Will Smith, Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Alice Eve, Emma Thompson

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