Eggers "Exil-Jude aus Amerika"-Aussage: FPÖ vor Rausschmiss aus Landesregierung
- Vorarlberg: Auflösung der Zusammenarbeit möglich
- Egger: "Wir lassen uns von niemandem erpressen"

In Vorarlberg hängt der Haussegen in der Großen Koalition zwischen FPÖ und ÖVP schief. Vorarlbergs FPÖ-Obmann Egger lehnt weiter eine Entschuldigung für seinen Sager beim Wahlkampfauftakt ab. Er hatte den Direktor des Jüdischen Museums Hohenems als "Exil-Juden aus Amerika" bezeichnet. Landeshauptmann Sausgruber drohte im Anschluss, die Zusammenarbeit nach der Wahl am 20. September nicht fortzusetzen.
Egger gab sich bei seinem Auftritt in der ORF-Sendung "Vorarlberg heute" betont selbstbewusst. "Wir lassen uns von niemandem erpressen, und schon gar nicht mit der Androhung des Entzugs eines Regierungssitzes", richtete er der ÖVP via TV aus. Er klebe nicht an seinem Regierungssessel, ihm gehe es um die Sorgen und Ängste der Menschen.
Entscheidung liegt bei ÖVP
Die Entscheidung über eine Aufkündigung der Regierungszusammenarbeit liege bei der ÖVP, "wir werden das hinnehmen". Umgekehrt werde man sich sicher nicht davon abbringen lassen, die der FPÖ wichtigen Themen zu propagieren. "Es ist eigentlich absurd: Wie weit hat es in unserem Land heruntergeschneit, wenn man Begriffe wie "heimisch" oder "Heimat" nicht mehr in den Mund nehmen kann?", fragte der FPÖ-Obmann, der seit 2003 in der Regierung sitzt.
Die Frage nach der Heimat müsse sich Sausgruber gefallen lassen, falls er die Koalition abbreche. Der Landeshauptmann lasse sich offensichtlich von den Linksparteien in die Knie zwingen. Hinsichtlich seiner markigen Worte in Richtung Hanno Loewy, des Direktors des Jüdischen Museums in Hohenems, sagte Egger: "Er ist ein Jude, das ist nichts Anrüchiges, genauso wie Christen Christen sind und Moslems Moslems sind, ist er ein Jude, damit unterstelle ich überhaupt nichts."
(apa/red)
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