"Exil-Jude aus Amerika": Vorarlberger FPÖ-
Obmann Egger sorgt für handfesten Eklat
- Sausgruber: "Eindeutig eine Grenze" überschritten
- Landeshauptmann fordert sofortige Entschuldigung

Die Äußerungen von Vorarlbergs FPÖ-Obmann Landesrat Dieter Egger beim Auftakt der Freiheitlichen zur Landtagswahl haben zu einem handfesten Aufreger im Wahlkampf geführt. Egger hatte Hanno Loewy, den Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, als "Exil-Juden aus Amerika" bezeichnet. Kritik kommt von allen Seiten, LH Sausgruber stellte Egger als Chef des Regierungspartners die Rute ins Fenster.
Sausgruber erklärte gegenüber "Vorarlberg heute", die Äußerung, die als antisemitisch interpretierbar sei, überschreite "eindeutig eine Grenze". "Das hat in der Vorarlberger Landesregierung nichts verloren, und ich fordere den Landesrat auf, diese Äußerung unverzüglich zurückzunehmen", so der Landeshauptmann. Andernfalls werde dies dazu führen, "dass wir ab Herbst, wie immer die Wahl ausgeht, jedenfalls nicht gemeinsam auf der Regierungsbank sitzen".
Vorarlbergs SPÖ-Vorsitzender Ritsch meinte in einer Reaktion, die Aussage sei einerseits eine "bewusste Lüge" Eggers, da Loewy aus Frankfurt stamme, und zum anderen eine "unglaubliche antisemitische Entgleisung von einem Landesrat". Eine von Sausgruber geforderte Entschuldigung Eggers sei "zwar ganz nett", aber eindeutig zu wenig. Die ÖVP habe diese rechte Hetze salonfähig gemacht. "Machen Sie Schluss mit diesem Regierungspartner, denn das ist falsche Toleranz", meinte Ritsch an die Adresse Sausgrubers in Anspielung auf den von der FPÖ plakatierten Slogan "Schluss mit falscher Toleranz". (apa/red)
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