Vom Festival-Geher zum Gefangenen: Hunderte Leute am Westbahnhof eingesperrt
- Sonderzug traf ein, aber der Bahnhof war geschlossen
- Mehrere Menschen bei "Fluchtversuchen" verletzt
Vom Festival-Geher zum Gefangenen: Am Wiener Westbahnhof waren hunderte Passagiere eingesperrt, nachdem in der Nacht ein Sonderzug vom Frequency-Festival aus St. Pölten eingetroffen war. Die Tore in der Bahnhofshalle waren aber allesamt schon verriegelt und die Passagiere konnten nicht ins Freie. Gudrun Czapka von der ÖBB-Personenverkehr AG bestätigte den Vorfall: "Wir müssen uns in aller Form bei den Gästen entschuldigen."
Der Sonderzug war laut "Kurier" kurz nach 2.30 Uhr in den derzeit im Umbau befindlichen Westbahnhof eingefahren, die Menschen standen vor verschlossenen Ausgangstüren. Schließlich seien einige über ein eineinhalb Meter hohes Eisentor ins Freie geklettert; ein paar seien dabei zu Sturz gekommen und hätten sich leicht verletzt, so der "Kurier". Ein Security-Mitarbeiter sei nach rund einer halben Stunde durch die Bahnhofsvorhalle "geschlendert" und habe die Ausgänge dann aufgesperrt.
"Es war ein menschlicher Fehler", sagte Czapka. Der Zug sei einer von insgesamt 24 Sonderzügen, die man rund um das "Frequency" führe, es sei auch bekanntgewesen, dass er in der Nacht ankommen würde: "Es gibt täglich eine Bahnhofsverfügung, die rund 30 Seiten umfasst und mitteilt, was sich an diesem Tag alles ereignet", so die Sprecherin. Der Diensthabende habe aber leider die Information über die Ankunft überlesen.
Als der Zug eingefahren sei, habe der Fahrdienstleiter seine Durchsagen gemacht und sei dann wieder an die Arbeit gegangen - nur aus dem betroffenen Zimmer hatte er keine Sicht auf die eingeschlossenen Passagiere. Erst, als er Lärm vernahm, alarmierte der Fahrdienstleiter laut Czapka Security-Mitarbeiter, die am Gelände unterwegs waren. "Das darf nicht noch einmal passieren, wir müssen uns entschuldigen", so die ÖBB-Mitarbeiterin.
(apa/red)
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