Freitag, 21. August 2009

200 Polizisten mit nur einem Ziel vor
Augen: Kampf der gefährlichen Ostmafia!

  • NEWS begleitete die Soko Ost eine ganze Nacht lang
  • Seit 1. Juli jagt die Spezialtruppe Diebe und Einbrecher

Freitagabend, 20 Uhr, in der Wiener „Meidlinger Kaserne“. Im obersten Stockwerk des gelb gestrichenen Gebäudes herrscht reges Treiben. Zwei Dutzend Uniformierte und Polizisten in Zivil haben sich um Einsatzleiter Klaus Preining vom Landeskriminalamt Niederösterreich eingefunden. Nach kurzer Einsatzbesprechung begeben sich die einzelnen Teams zu ihren Fahrzeugen, um an verschiedenen Punkten in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland Stellung zu beziehen: Die SOKO Ost ist bereit, der Kriminalität den Kampf anzusagen – und NEWS hat sie eine Nacht lang dabei begleitet.

Seit 1. Juli dieses Jahres ist die von Innenministerin Maria Fekter initiierte und 200 Polizisten aus fünf Bundesländern umfassende SOKO Ost im Einsatz. Ihr einziges Ziel: die vor allem im Osten Österreichs stark angestiegene Kriminalität einzudämmen und die Aufklärungsquote der Straftaten zu verbessern. „Spezialisten aus allen Bereichen unterstützen die örtlich zuständigen Kollegen der Bundesländer“, so Michael Takács, Sprecher der SOKO Ost, „und damit können wir auf Verbrechen mit einer erhöhten Zahl an Kräften antworten.“

Die Spezialtruppe
Grundsätzlich arbeitet die SOKO Ost nach Vorgabe des Bundeskriminalamts (BK). Was bedeutet: Wo Bedarf an verstärktem polizeilichem Handeln besteht, wird agiert. Zusätzlich unterstützt die Truppe die einzelnen Landeskriminalämter bei der Umsetzung von Strukturmaßnahmen – Taten und die Vorgangsweisen dabei werden genauestens analysiert, um Einbrechern, Räubern und Autodieben das Handwerk legen zu können.

Einsatzreiche Nacht
Eine Stunde nach der Einsatzbesprechung gibt es einen ersten Erfolg zu verzeichnen. Ein seit Juni als gestohlen gemeldetes Fahrzeug aus St. Pölten wird mittels Fahndungs-Laptop entdeckt. „Rund 60.000 Suchanfragen haben wir seit Bestehen der SOKO Ost bereits in den Computer eingegeben“, erklärt der stellvertretende Einsatzleiter dieses Abends, Otto Taupe.

Die Taten der SOKO Ost
Nachdem die anschließend angeforderte Tatortgruppe zur Spurensicherung eingetroffen ist, geht es weiter zum nächsten Einsatz. Nach Göttlesbrunn in Niederösterreich. Hier haben bereits zwei andere Teams Stellung bezogen. Stichprobenhaft werden Fahrzeuge überprüft, die nach Analyse des Bundeskriminalamts am meisten dem Profil gestohlener Fahrzeuge entsprechen – vor allem deutsche Automarken und SUVs seien sehr gefragt.

Gleichzeitig warten die Polizisten auf Treffermeldungen der Kollegen, die entlang der Autobahn mit dem „KES“ (Kennzeichenerkennungssystem-Wagen) Aufstellung genommen haben. Dieses mit Infrarotkameras und Laptops ausgestattete Fahrzeug ermöglicht den Ermittlern, zu jeder Tages- und Nachtzeit die Kennzeichen der vorbeifahrenden Fahrzeuge zu überprüfen und sie sofort mit der Kfz-Fahndungsdatei abzugleichen. Bei einem Treffer ziehen Einsatzteams, die in einiger Entfernung „auf der Lauer“ liegen, die Pkws aus dem Verkehr. „In 70 Prozent der Fälle erhalten wir einen Treffer“, so einer der Fahnder, „in zehn Stunden können durchaus 23.000 Fahrzeuge eingelesen werden.“

Daniela Schmied

Mehr zur Arbeit der Spezialeinheit und ihren Erfolgen lesen Sie im NEWS 34/09!

21.8.2009 14:46