"Ich halte nichts von Wadlbeißerei": Laura Rudas über Streitkultur in der Koalition
- Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin im NEWS-Talk
- Wie dei 28-Jährige Österreichs größte Partei managt

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Kann man einer 28-Jährigen zutrauen, Österreichs größte Partei zu managen? Parteichef Werner Faymann tut es und gab Laura Rudas vergangenen November den Job als SPÖ-Bundesgeschäftsführerin. Die Partei selbst bleibt ob dieser Frage gespalten. Kolportierte Machtkämpfe mit Ko-Geschäftsführer Günther Kräuter und bittere Wahlverluste hat Rudas bisher überstanden. Weitere Prüfungen stehen mit den Landtagswahlen in Oberösterreich und Vorarlberg unmittelbar bevor. NEWS traf sich mit der jungen SPÖ-Bundesgeschäftsführerin zum Interview.
NEWS: Die Koalition streitet sich durch den Sommer. Sie ermahnen immer wieder zu konstruktiver Zusammenarbeit. Warum darf eine Koalition nicht streiten?
Rudas: Unterschiedliche Parteien haben natürlich unterschiedliche Standpunkte und sollen diese auch ausdiskutieren. Aber ich halte nichts von Wadlbeißerei, weil das die Politik unattraktiv macht. Ich stehe für einen politischen Stil, bei dem man sich politisch miteinander auseinandersetzt und sagt, wofür man steht, aber man kann andere Standpunkte durchaus auch einfach einmal stehen lassen.
NEWS: Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem ÖVP-Pendant Fritz Kaltenegger?
Rudas: Eigentlich recht gut. Wir sind oft nicht einer Meinung, können aber gut miteinander diskutieren. Er vertritt aber ganz klassisch ÖVP-Anliegen, und das sind natürlich nicht meine. Ich kann mit ihm konstruktiv arbeiten, wenn man von seinen jüngsten Ausreißern absieht, die wahrscheinlich auf das Sommerloch zurückzuführen sind.
NEWS: Er richtete der SPÖ via NEWS aus, die Profilierungskrämpfe zu beenden.
Rudas: Ich glaube, ich wirke nicht sehr verkrampft, und ich weiß nicht, worauf er das bezieht. Man soll die eigene Arbeit nicht schlecht machen. In dieser schwierigen Situation leistet die Regierung sehr gute Arbeit. Es tun beide gut daran, das auch so darzustellen.
NEWS: Spekuliert wurde auch über Ihr Verhältnis zu SPÖ-Ko-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter. Wie ist das Klima in der SPÖ-Zentrale?
Rudas: Wir haben ein gutes Arbeitsklima. Wir haben unterschiedliche Stile und können trotzdem gut miteinander arbeiten.
NEWS: Es macht den Eindruck, als wolle die SPÖ-Parteizentrale den Sommer möglichst unauffällig aussitzen.
Rudas: Der Eindruck täuscht ganz massiv. Die Vorbereitungen für Herbst laufen auf Hochtouren. Es wird vor allem um Inhaltlich-Programmatisches gehen, um die Einbindung neuer sozialer Bewegungen und die Öffnung der Partei.
NEWS: Bereiten Sie sich Anfang September bei der Präsidiumsklausur schon auf weitere Wahlverluste bei den Landtagswahlen vor?
Rudas: Ich bereite mich immer darauf vor, Wahlen zu gewinnen. Dass es nicht leicht ist, ist klar. Viele unserer guten Ergebnisse stammen aus einer Zeit, in der die Menschen besonders unzufrieden waren mit Schwarz-Blau. Vielleicht erinnern wir zu selten daran, wie es damals war.
NEWS: Wessen Kopf rollt, wenn die SPÖ wieder verliert?
Rudas: Die Sozialdemokratie gewinnt und verliert Wahlen gemeinsam. Außerdem wäre es skurril, jetzt schon darüber nachzudenken. Im Moment stehen keine personellen Umstrukturierungen an.
Interview: Hanna Simons
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