Schüsse in Kremser Supermarkt: Beide
Polizeibeamte stehen wieder im Dienst
- 17-jähriger Komplize soll weiterhin in Haft bleiben
- Polizisten nach wie vor in psychologischer Betreuung

·Krems: 17-jähriger
bleibt noch in U-Haft
Weitere 4 Wochen nach
Einbruch in Supermarkt
·Familie und Freunde nehmen Abschied
BILDER: Tiefe Trauer um erschossenen Florian P.
·Scharfe Kritik an Kremser Ermittlungen
Strafverteidiger mit Methoden "unzufrieden"
·"Er ist einfach abgeknallt worden"
Familie von Florian P. erhebt schwere Vorwürfe
Während die beiden Polizeibeamten, gegen die im Zusammenhang mit dem im einem Kremser Supermarkt erschossenen Florian P. (14) wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen ermittelt wird, wieder im Dienst stehen, bleibt der 17-jährige mutmaßliche Komplize des bei einem Einbruchsversuch Umgekommenen vorerst bis Ende September in U-Haft. Die Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien hat diese Maßnahme verteidigt und Kritik an der angeblichen Unangemessenheit der Haft zurückgewiesen.
OStA-Sprecherin Ilse-Maria Vrabl-Sanda räumte ein, dass es im gegenständlichen Fall nicht ganz einfach sei, der Öffentlichkeit den Haftgrund Tatbegehungsgefahr begreiflich zu machen. An der Rechtmäßigkeit der U-Haft bestehe dessen ungeachtet kein Zweifel: Der 17-Jährige sei kein unbeschriebenes Blatt, zudem werde gegen ihn wegen einer ganzen Einbruchsserie ermittelt.
Komplize kein unbeschriebenes Blatt
"Der Jugendliche soll in jüngster Vergangenheit insgesamt vier Einbrüche begangen haben, wozu er auch geständig ist", betonte Vrabl-Sanda.
Neben dem nächtlichen Einbruchsversuch in den Supermarkt soll er in ein weiteres Geschäft und in zwei Lokale eingedrungen sein. Der Sohn rumänischer Einwanderer dürfte diese Straftaten zumindest teilweise mit jenem 26-jährigen Rumänen begangen haben, der den 17-Jährigen und den um drei Jahre jüngeren Florian P. in der Nacht zum 5. August zu jenem Supermarkt chauffiert hatte, in dem die beiden dann von der Polizei überrascht wurden.
Polizisten im Innendienst eingesetzt
Die Uniformierten, die von ihren Dienstwaffen Gebrauch machten, weil sie ihrer Darstellung zufolge von den Vermummten mit einer Gartenharke und einem Schraubenzieher bedroht bzw. angegriffen wurden, sind offenbar wieder dienstfähig und werden im Innendienst eingesetzt.
"Die beiden versehen vorerst keinen exekutiven Dienst und werden auch nicht in Krems eingesetzt", erklärte Anton Haumer, der Sprecher des Landespolizeikommandos Niederösterreich. An welchem Ort und in welcher Funktion, wollte der Sprecher nicht bekanntgeben: "Sie nehmen nach wie vor anlassbezogen psychologische Hilfe in Anspruch."
(apa/red)
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