Dienstag, 18. August 2009

Neuerlicher Einbruchsalarm im Kremser Supermarkt: Polizei schließt Racheakt aus

  • Beamte entdeckten lediglich eine beschädigte Tür
  • "Flo, wir lieben dich" auf Nebengebäude gesprüht

Krems kommt auch knapp zwei Wochen nach dem tödlichen Schuss auf einen mutmaßlichen Einbrecher nicht zur Ruhe. Jener Supermarkt, in dem der 14-Jährige starb und ein 17-Jähriger verletzt wurde, war neuerlich Schauplatz eines Einbruchsversuchs, bestätigte Wilfried Brocks vom Bezirkspolizeikommando entsprechende Medienberichte.

Spekulationen, wonach es sich um Racheakte nach dem Tod von Florian P. handle, seien allerdings "weit hergeholt", so Brocks. Insgesamt wurde zweimal Alarm ausgelöst - im ersten Fall war es ein Fehlalarm. Im zweiten wurde eine beschädigte Tür entdeckt und das Gebäude durchsucht, es fand sich jedoch niemand in den Räumlichkeiten. Laut "NÖN" (Niederösterreichische Nachrichten) hatten am nahe gelegenen Betriebsgebäude der EVN Unbekannte mit blauer Lackfarbe "Flo, wir lieben dich" aufgesprüht. Die "Kronen Zeitung" berichtete von Graffiti-Parolen gegen die Polizei an einer Wand.

Stiller Alarm nicht ungewöhnlich
Dazu sagte Brocks, dass es keinen Hinweis auf einen zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Anbringen der Sprüche und dem Alarm gebe, und somit auch nicht darauf, dass es sich um dieselben Personen gehandelt habe. Für den Stadtteil wäre es wichtig, dass wieder Ruhe einkehrt, meinte der Polizist. Zum anderen verwies er darauf, dass stille Alarme dort mehrmals pro Woche an der Tagesordnung seien - ausgelöst oft durch Bewegungsmelder, die etwa auf Spatzen reagieren. Auch in jener dramatisch verlaufenen Nacht vor knapp zwei Wochen war von einem Fehlalarm auszugehen.

Die von der Staatsanwaltschaft Korneuburg angekündigte Tatrekonstruktion wird in der nächsten Woche stattfinden, sagte Staatsanwalt Friedrich Köhl. An dem Lokalaugenschein werden ein Richter des Landesgerichts, die beiden Polizeibeamten und der 17-Jährige teilnehmen. Geladen wurden laut Köhl auch die Sachverständigen Christian Reiter (Gerichtsmedizin) und Ingo Wieser (Schießsachverständiger). (apa/red)

18.8.2009 21:57