Freitag, 2. Oktober 2009

Das große Zittern vor dem Grippeherbst:
Europa rüstet sich für neue Infektionswelle

  • Infektiöse "Urlaubsmitbringsel" in Büros und Schulen
  • Pandemie kann Weltwirtschaft Todesstoß versetzen

Infektionszahlen schnellen in die Höhe und immer mehr Länder melden ihre ersten Todesfälle. In einem sind sich Experten einig: Das dicke Ende in Sachen Schweinegrippe könnte uns noch ins Haus stehen. Mit gespannter Erwartung blicken Ärzte und Regierungen daher auf die ersten Herbstwochen. Denn erst, wenn die Reisenden aus ihren Ferien zurückgekehrt sind, wird sich in Büros, Klassenzimmern und Warteräumen entscheiden, ob und wie sehr wir uns vor den infektiösen "Urlaubsmitbringsel" fürchten müssen. Inzwischen bleibt Europa noch etwas Zeit, sich zu wappnen - auch für den schlimmsten Fall.

Von Entwarnung könne nämlich noch lange keine Rede sein. "Es ist immer zu befürchten, dass es zu einer Kreuzung kommt. Dann werden nicht nur mehr Leute krank, sondern es sterben auch mehr. Das kann jederzeit passieren", warnte kürzlich Mediziner Wolfgang Graninger gegenüber Profil.

Eine von vielen Warnungen aus berufenem Munde, die europäische Regierungen jedenfalls erst nehmen. Umfassende Schlachtpläne liegen bereits in der Schublade, die selbst im Falle einer weiteren Ausweitung der Schweinegrippe Masseninfektionen verhindern sollen. Ganz von der Hand zu weisen ist das trotzdem nicht: Belgien rüstet sich mit einer Verschärfung der Hygiene-Bestimmungen für den "worst case", also drei Millionen Ansteckungen in dem 10-Millionen-Land.

Schwere Geschütze
Während in Deutschland noch über die Kosten eines staatlich subventionierten Impfprogrammes gestritten wird, fährt das bereits jetzt von der Krankheit erfasste Griechenland schwere Geschütze auf: Jeder der zwölf Millionen Staatsbürger soll rechtzeitig einer Impfung unterzogen werden.

In Österreich steht das derzeit zwar nicht zur Debatte - die hierzulande bislang verzeichneten 240 Infektionen schaffen jedoch ebenso Handlungsbedarf. Gegen Rezeptgebühr ist inzwischen das Präparat Tamiflu zu erhalten, zur Eindämmung der Schweinegrippe hat Gesundheitsminister Stöger die Weisung erlassen, Erkrankte zu Hause zu behandeln. Aber auch weiter reichende Maßnahmen harren ihrer Anwendung: Sollten in den Klassenzimmern Masseninfektionen ausgelöst werden, ist auch die Schließung von Schulen vorgesehen.

Hände waschen
Schlimm würde es um Österreich stehen, wenn die Schweinegrippe im Herbst auch in Büro und Werkplatz um sich greifen sollte. Experten befürchten bereits, dass der weltweiten Konjunktur, die gerade erst zur Erholung angesetzt hat, dadurch der Todesstoß versetzt wird. Maßnahmen dagegen können nur begrenzt wirksam sein. Kein Wunder, dass Firmenchefs daher bereits jetzt Bewusstsein schaffen. Ob die von der deutschen Industrie- und Handelskammer betonte Aufforderung zum "Hände waschen" reicht, um eine Pandemie aufzuhalten, wird sich allerdings erst in den nächsten Wochen weisen.
(red)

2.10.2009 11:39
scoobidoo, 25. 08. '09 08:51
das einzige was es zu fürchten gibt
ist die grenzenlose blödheit des menschen(dieser artikel ist ein eindrucksvolles beispiel dafür)
Vasant, 18. 08. '09 15:45
Was für eine Aussage;)
"Umfassende Schlachtpläne liegen bereits in der Schublade,
die selbst im Falle einer weiteren Ausweitung der
Schweinegrippe Masseninfektionen verhindern sollen."

Na da liegens ja sehr gut;)) Dann wird uns die Schublade
wahrscheinlich allen das Leben retten;))