Montag, 17. August 2009

Slowenen klagen jetzt in Causa Dörfler: Ließ sich Justiz von Politik beeinflussen?

  • Kritik an Ministerin nach Einstellung des Verfahrens
  • Bandion-Ortner plädiert für eine politische Lösung

Der Rat der Kärntner Slowenen hat heftige Kritik an Justizministerin Bandion-Ortner (ÖVP) wegen der Einstellung des Verfahrens gegen den Kärntner Landeshauptmann Dörfler (BZÖ) geübt. Ihre Begründungen für diesen Schritt seien "absurd", kritisierte der Rechtsanwalt und stellvertretende Ratsobmann Rudi Vouk.

Der Rat wirft der Justiz massive Beeinflussung der Politik vor und hat deshalb bei der Korruptions-Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Er fühle sich regelrecht "verarscht", sagte Vouk bei einer Pressekonferenz. Die Vorgangsweise der Justiz sei "ein Rückfall in Zeiten vor der bürgerlichen Revolution und vor der Demokratie".

Kein Schaden entstanden?
Bandion-Ortner habe in den vergangenen Tagen mehrere verschiedene Begründungen für die Einstellung des Amtsmissbrauch-Verfahrens gegen Dörfler vorgebracht, von denen seiner Ansicht nach keine einzige haltbar" sei. Die neueste Variante, wonach ja kein Schaden entstanden sei, verstehe er noch weniger als die vorherigen. Vouk: "Ist die Rechtsordnung kein schützenswertes Gut?"

Es sei schon richtig, dass Angehörige der Minderheit kein "subjektives Recht" auf die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln habe, so Vouk. "Genau deshalb fordern wir seit Jahrzehnten ein Verbandsklagerecht." Dies werde der Volksgruppe vorenthalten, um sich dann darauf zu berufen. "Wir werden immer wieder verhöhnt", kritisierte Vouk.

Der von Bandion-Ortner nach den heftigen Diskussionen über die Objektivität der Justiz einberufene Expertenrat soll diese Woche erstmals zusammentreten. Der Rat soll unter anderem die Funktionsfähigkeit der Fachaufsicht über die Staatsanwaltschaften evaluieren.

Bandion-Ortner plädiert für politische Lösung
Die Ministerin Plädiert für eine politische Lösung. Es sei "unbefriedigend", dass in der Causa Entscheidungen des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) seit Jahren nicht umgesetzt würden. Es gebe eine "Gesetzeslücke", Politik und der "Verfassungsgesetzgeber" seien deshalb gefordert, sagte Bandion-Ortner. Darüber hinaus müsste die Bundesregierung endlich die fehlende Verordnung in Sachen Ortstafeln erlassen.

(apa/red)

17.8.2009 13:36
Woppo, 19. 08. '09 00:01
Buchner ist zwar ein netter,aber farbloser Parteiführer,ich
garantiere,das das BZÖ in keinen Bundesland ausser in Kärnten in eine Regierung kommen wird !Mit dem liberalen Schmäh wird er genauso scheitern ,wie die Heidi Schmidt !
Woppo, 18. 08. '09 10:33
Würde Haider noch leben,hätten alle in die Hose geschissen,
es gäbe sicher keine Anklage !
Sensor, 17. 08. '09 16:17
Faule Ausreden!!!
Haider hat sich trotz mehrfacher Aufforderungen nicht an den Spruch des Verfassungesgerichtshofes gehalten. Aus Feigheit startete man keine Ministeranklage.
Jetzt versteckt sich die Justizministerin im Busch der Ausreden.
Wann werden wir endlich einmal Minister in der Regierung haben, die nicht die Zeit bis zur nächsten Wahl mit "ja nicht anecken" verbringen, sondern mit Zivilcourage dem Recht auch einer Minderheit Geltung verschaffen?
pacemaker, 17. 08. '09 13:59
Ist es nicht eindeutig so, ...
daß Verordungen von den MinisterInnen selbst formuliert und erstellt werden, damit sie der Regierung zu einem Beschluss vorgelegt werden können? Also wieder eine Ausrede einer Ministerin!!!
Und was bedeutet "Politische Lösung" in Österreich .... eine "unter-den-Teppich-kehren"-Lösung oder eine "Wir-richten-es-uns-wieder"-Lösung?
Wen wundern da noch Wahlerfolge einer FPÖ?????
BadLieutenant, 17. 08. '09 14:17
Re: Ist es nicht eindeutig so, ...
Soweit mir bekannt ist gibt es den Ministeriumsentwurf einer Verordnung schon lange ... es fehlt eben die Beschlußfassung durch die Regierung.
Also keine Ausrede in diesem Fall, da die ministerielle Arbeit längst erledigt ist.