Office-Programme auf den Nokia-Handys:
Mega-Konzerne gehen eine Kooperation ein
- Software-Paket soll finnische Geräte bereichern
- Offizielle Verkündung erfolgt bei Telefonkonferenz

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Microsoft und Nokia haben eine gemeinsame Telefonkonferenz anberaumt, in der einschlägigen Medienberichten zufolge eine strategische Allianz verkündet werden. Ziel der Zusammenarbeit sei es, Microsofts Office-Softwarepaket künftig auch auf die Geräte des weltweit größten Mobiltelefonherstellers zu bringen.
Auch die Teilnehmerliste, die namhafte Funktionäre wie Stephen Elop, President Microsoft Business Division, und Kai Öistämö, General Manager Mobile Phones Business Group von Nokia, umfasst, spricht dafür, dass MS-Office-Dokumente künftig mit Nokia-Handys bearbeitet werden können. Die bevorstehende Partnerschaft wurde zwar bislang von keinem der beiden Unternehmen offiziell bestätigt. Einem Bericht der New York Times zufolge scheint die Zusammenarbeit jedoch schon fixiert worden zu sein. Das renommierte Blatt beruft sich auf einen Insider, der Kenntnis von dem Abkommen erlangt haben soll.
"Prinzipiell sind zwei alternative Szenarien denkbar. Entweder wird diese Zusammenarbeit eine Editierungsmöglichkeit von Office-Dokumenten auf Basis von Symbian S-60 nach sich ziehen oder aber Nokia entschließt sich dazu, ein mit Windows Mobile betriebenes Smartphone zu Testzwecken zu verkaufen", meint Rüdiger Spies, Analyst & Independent Vice President Enterprise Applications bei IDC Deutschland.
Windows Mobile forcieren
Das primäre Interesse Microsofts läge jedoch in der Forcierung seines Betriebssystems Windows Mobile, da der Markt für mobile Endgeräte in den nächsten Jahren mit einer breiten Palette von Endgeräten wie GPS-Systeme, Smartphones, PDAs, Netbooks mit neuen Formfaktoren und Tablet-Geräten aufgefüllt werde. Die Platzierung der hauseigenen Plattform in diesem innovationsträchtigen Milliardenmarkt sei von enormer Bedeutung. Sekundärprodukte wie etwa Office-Anwendungen könnten leicht platziert werden, sobald ein Betriebssystem etabliert sei, so der Experte.
Vor dem Hintergrund eines boomenden Smartphone-Markts kommen Kooperationen ehemaliger Wettstreiter nicht unbedingt überraschend. Immer häufiger verwenden User ihre Smartphones für Aufgaben, die ehemals nur mit PCs erfüllt werden konnten. Darüber hinaus zwingen leistungsfähigere Webanwendungen die Akteure zum Handeln. So sieht sich der Redmonder Konzern mit starker Konkurrenz für sein Anwendungspaket MS Office konfrontiert. Produkte wie Google Docs haben in letzter Zeit für Furore gesorgt. Zudem nagen Open-Source-Desktop-Alternativen wie die Open-Office-Suite am Marktanteil. Microsoft hat zwar bereits browserbasierte Versionen seiner Büroprogramme für Safari und Firefox angekündigt, sodass MS Office erstmals auch auf Linux-Rechnern laufen wird. Die schiere Anzahl von Nokia-Handys eröffnet Microsoft jedoch weitere Vertriebsmöglichkeiten.
Finnen unter Druck
Das finnische Unternehmen ist angesichts der starken Konkurrenz aus dem Hause Apple oder Research in Motion unter Druck geraten. Nokias Engagement bei der Weiterentwicklung der Symbian-Plattform zieht noch nicht die gewünschten Ergebnisse nach sich. Zudem startete der hauseigene Webapplikationsmarkt Ovi Store mit einer Pannenserie. Mit der Forcierung des Linux-basierten Betriebssystems Maemo für Hochleistungs-Smartphones hat man schon einen ersten Schritt gesetzt. Eine solche Mehrebenenstrategie kennt man auch vom Samsung-Konzern, dessen Mobiltelefone mit verschiedensten Betriebssystemen laufen. Nokias Geräte würden aber auch von einer Ausweitung des Applikationsangebots profitieren.
(apa/red)
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